Schickt eure persönliche Auswertung der Streikwoche an bildungsstreikpotsdam@web.de !
Was habt ihr erlebt? Was erfahren? Welche Aktionen waren sinnvoll, welche nicht? Was haben wir erreicht und wie geht’s weiter?
Wir werden eure Texte dann so schnell wie möglich hier veröffentlichen.

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06.07.09

Wertes Streikkomitee,

ich bin Franziska und habe aktiv beim Streik mitgemacht, war also nur bei den SPS am Montag (in der Schule war NICHTS von einem bundesweiten Bildungsstreik zu merken) und sonst bei Alternativveranstaltungen, Mittwoch bei der Demo und im Camp, Do dann bei der Ministeriumsbesetzung und bei strike on your bike dabei und Freitag dann in Berlin am Potsdamer Platz, wo ja leider tote Hose war :( . Ich finde die Streikwoche ist gut gelungen, es gab sehr unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten (wie z.B. auch den Chor, der sehr viel Spaß gemacht hat und super angenommen wurde!). Richtig gut fand ich strike on your bike. Sehr schade finde ich, dass vergleichsweise wenig Studenten mitgemacht haben. Erst letzte Woche habe ich im Golmzug gehört wie sich welche unterhalten haben, die eine sagte „Ich habe zu Hause gestreikt“ worauf die andere meinte „Ich weiß auch nicht, der Streik war nicht radikal genug, an anderen Unis haben sie die Türen versperrt, wenn man nicht in die Räume kommt, macht man auch nicht mit…“ Was soll man dazu sagen? Ich fand zwar schade, dass in Griebnitzsee bereits am Dienstag der Haupteingang wieder frei war, finde aber trotzdem nicht, dass man die Leute zwingen sollte. Ich denke es war, zumindest am Neuen Palais und in Griebnitzsee schon ok. Stattdessen sollten alle überzeugt werden, mitzumachen! Dieser Resigniertheit muss man also irgendwie beikommen. Schade fand ich, dass Golm, mein Heimatcampus, sozusagen ausgelassen wurde, als ich am donnerstag das erste Mal dort war, war dort alles wie immer, obwohl das doch mittlerweile der größte Campus sein dürfte?! Das NP ist natürlich bild-wirkungsvoller… Sehr missfallen hat mir hingegen, dass bei der Demo glich pauschal auch gleich mal mit der Kapitalismus kritisiert wurde und anderes linkes Gedankengut. Natürlich gehen einige Froderungen in die linke Richtung, doch das war nicht unser Anspruch und unsere Aufgabe, ich denke damit haben wir einige auch abgeschreckt und verloren, ich selbst konnte mich damit nicht identifizieren. Wir müssen das System erst mal so akzeptieren und darin für bessere Bedingungen kämpfen. Als letzten Punkt möchte ich erwähnen, dass mir bei mir selbst aufgefallen ist, wie wenig fundiert ich letztendlich mit den Studienordnungen, der demokratischen Organisation etc vertraut war. Eine (objektive!) Grundunterrichtung wäre vielleicht schön gewesen, vor allem aber sollten Streik“leiter/innen“ nicht pauschalisieren und konkret Bescheid wissen!
So, ich hoffe ich habe euch nicht erschlagen, macht weiter so, ich glaube an den Streik!

Franziska

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06.07.09

Liebe Bildungsstreiker/innen,
natürlich habe ich mich an dem Streik beteiligt, denn ich sehe nicht nur die Studienbedingungen, die nicht hinnehmbar sind, sondern auch die Stellung der Bildung in der Gesellschaft. Eine wirklich demokratische Ordnung erfordert mündige Büger, die ihre Rolle als demokratische Mitglieder wahrnehmen können. Leider gibt es, meiner Meinung nach, in Medien und Schule die Tendenz, Bildung bewusst zu verwehren um bestimmte politisch- marktwirtschaftliche Interessen besser ausleben zu können, frei nach Brecht.

Daher möchte ich unbedingt, dass unser Anliegen nicht abschwelt, zumal ich in der Woche so viele tolle Gespräche hatte. Leider muss ich aber bemerken, dass die Partizipation doch zu wünschen übrig ließ.
Viele Schulen gerade in den Randgebieten und ländlichen Regionen wussten nichts von dem Streik (was ja nicht zwingend der Organisation durch euch entspringt.) Desweiteren gab es immernoch viele Menschen, die nicht genau wussten, worum es ging, die sich nicht angesprochen fühlten, weil sie an der FH Potsdam ja keine Probleme hätten. Hiermit sind wir beim nächsten Punkt, nämlich, dass die Medienberichterstattung zu einseitig war. Es ging ja, wie wir alle wissen, nicht nur um die Studienbedingungen, sondern um ein heeres Bildungsideal. Das haben einige an der FH nicht verstanden/ gewusst, diese dachten, wir würden gegen die Bedingungen an den Uni streiken und fühlten sich daher nicht angesprochen.

Auch die Beteiligung in den eigenen Reihen fand ich zu wenig. Ich weiß nicht, wie viele sich während meiner Studienzeit über die Bildung beschwert haben und seit Jahren ist sie ein Dauerthema. Daher kann ich nicht verstehen, wie man die Streikwoche und die damit aufgehobene Anwesenheitspflicht als Einladung zum Kurzurlaub sehen kann…

Trotzdem muss ich den Organisatoren, den Standhaften auf dem Campus NP und allen Aktiven ein dickes Lob aussprechen! Da ich es irgendwie verplant hatte, mich in die Organisation der Streikwoche miteinzubringen, möchte ich aber hiermit großes Interesse an der Teilhabe aussprechen :D !!!!

Für weitere Infos wäre ich echt dankbar!! Liebe Grüße :D ! Franziska Risse

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06.07.09

Hallo, all ihr fleißigen und eifrigen MitarbeiterInnen des Streiks,

zunächst einmal ein großes Kompliment an euch alle, die ihr den Streik organisiert habt. Er war ohne viele negative Zwischenfälle über die Bühne gegangen.
Was mir gut gefallen hat ist auch die offensichtliche Zusammenarbeit mit der Schule, zumindestens mit einer Schule… Das muss anders werden und den Herren und Damen Direktoren klar werden, dass sie nicht in einem demokratischen Staat die Freiheit und Meinungsfreiheit der SchülerInnen einschränken dürfen. In was für einem Land leben wir dann??????!!!!
Nicht auszudenken wäre es, wenn wir wieder in ein totalitäres Staatssystem abdrifteten wie wir es mal hatten …
Nicht so gut war, dass einfach zu uneindeutig herauskam, w e s h a l b wir gestreikt hatten. Bitte: Darüber sollte mehr Einigkeit innerhalb der ganzen Hochschulgemeinschaft herrschen. Es war für mich einfach weniger produktiv mitanzusehen, wie da wieder im Hinblick auf die bevorstehende Stupa-Wahl wieder einmal mehr Politik betrieben wurde. Bitte keine Fragmentierung, denn wir sind uns hoffentlich einig, dass politische Interessen hinsichtlich eines Streiks einfach hinten angestellt werden müssen. Lasst uns gemeinsam für die allgemeine Sache streiken und nicht in Parteiengeplänkel verfallen!!!!!
Wir haben die schlechtesten Vorbilder in der holden Bundespolitik.
Also: Gehen und streiken wir gemeinsam, nicht aber fragmentarisch….

Einen Gruß,
Petra

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06.07.09

Ich möchte nun, nach einigem Abstand, auch meinen Rückblick auf die Streikwoche loswerden.

Zunächst einmal wwar ich beeindruckt von der Größe der Demonstration. Mir ist klar, dass es nur ein Bruchteil der Studierenden war, die es auf die Straße gezogen hat, mir ist aber auch klar, dass man sicher noch einige Studenten mehr dazurechnen kann, die es sich nicht leisten konnten, an diesem Tag zu fehlen.

Und vor allem ist wichtig festzuhalten: ich wohne seit 20 Jahren (also seit ich lebe) in Potsdam und das war definitiv die größte Demo in Potsdam, an die ich mich überhaupt erinnern kann! Relativ betrachtet ein Bombenerfolg!
Absolut betrachtet sind wir noch absolut Steigerungsfähig.

Ebenso die vielen Aktionen wie Vorlesungen im Öffentlichen Raum, ein breites Workshop-Angebot und Diskusionsrunden sind zu loben, ich habe mehr gelernt als in einem Monat Studium.

Nun die Frage: was lief schief? Mich macht es immr wieder traurig zu hören, dass unsere Forderungen falsch und unrealistisch und zu viele sind.

1. Es sind nicht zu viele, sondern eher zu wenige. Alle Misstände, dern Verbesserung gefordert werden, müssen verbessert werden. Niemand kann entscheiden, wessen Probleme wichtiger sind als die der anderen. Der Eindruck der Unübersichtlichkeit entsteht vielleicht durch falsche Darstellung. Die Forderungen sollten unbedingt gegliedert und sortiert werden.

2. Es wäre unrealitisch, von Gewissen Forderungen zu denken, sie seien Umsetzbar. Natürlich gibt es Forderungen, die einfach so, im heute und jetzt nicht umgesetzt werden können, weil die Demokratischen Mittel fehlen, das Geld dazu und vieles mehr. Deshalb sollen aber nicht unsere Forderungen kritisiert werden, denn Bildung ist ein Menschenrecht, sondern eben das heute und jeetzt. Auch das muss viel stärker Ausdruck finden!

Zum Abschluss noch ein Lob: Ich war sehr, sehr erleichtert, dass entgegen aller Suggestionen von Seiten des RCDS, teilweise auch der GAL und auch anderen, nichts zerstört wurde und auch keinerlei gewalt verübt wurde.

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04.07.09

Hallo,

in erster Linie bin sehr dafür wenn es um Bildungsveränderungen bzw. um Bildungsverbesserungen geht. Jedoch kann ich nicht verstehen, dass einige wichtige Gebäudeeingänge (wie es am Neuen Palais der Fall war) blockiert und dicht gemacht werden. Gerade eine Bibliothek bietet Bildungsmöglichkeiten für alle!!! Deshalb sollte in Zukuft vorher überlegt werden, inwiefern solch eine Form von Bildungsstreik sinnvoll ist oder eher für Frust und Intolleranz sorgt.

MfG Stefan

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03.07.09

Also gut, ich war

1) sehr zufrieden mit dem Wetter.

Das sollte zwar kein Grund sein für etwas so Wichtiges wie Streik; aber dennoch glaube ich, dass da Musizieren in der Sambatruppe am Mittwich und überhaupt alle Aktionen draußen sonst nicht ganz so viel „Spaß“ gemacht hätten. Streiken kann tatsächlich spaßig sein, auch, wenn es einen ernsten Hintergrund hat.

2) Durch nette, aktive und aktivierende Leute hat sich eine sehr, sehr gute Atmosphäte verbreitet. Besonders speziell wurde das auf der Fahrradtour am Donnerstag (nicht nur von mir) wahr genommen.

3) Vor dem Ministerium (Dortu-) am Mittoch musste ich fast weinen, als klar war, dass die Herrschaften dort so wenig Einsehen, Bewegung oder Zugeständnis, oder überhaupt Interesse zeigten für uns. Die Pumpernickelaktion war eine sehr emotionale.

4) Auf dem Campus in Golm am Dienstag, als ich mithalf, ein langes Banner zu beschreiben, wurde uns Schreibenden klar, wie wenig teilweise die lieben Studenten an den Streikaktionen interessiert waren. Nicht selten ernteten wir kritische, ignorante Blicke, als wir die Passanten (brave, in der Streikwoche studierende Studis) zur Teilnahme aufforderten.

5) Am Palais waren die Streikenden lebendiger, stellten mehr auf die Beine, machten mehr Krach. In Golm war fast alles wie sonst. Beschämend!

6) Positive Reaktionen erhielten wir von einigen Passanten auf den Straßen von Potsdam. Eine ältere Dame kam in der Kurfürstenstraße, als ich mit meiner ägyptischen Trommel Krach machte, zu mir heran und meinte, wir sollen immer weiter machen, uns nur nicht aufhalten lassen.

Dies soll an dieser Stelle auch mein Schlusswort hier sein!

Stefanie Hänfler

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03.07.09

Mehr schein als sein

Ich möchte gerne euren Aufruf folgen und etwas zu meinen Streikeindrücken schildern. Vorweg, ich war nicht streiken und zwar bewusst. Das lag vor allem an den Forderungen, welchen ich nicht allen zustimmen konnte, aber auch an meiner Einstellung Streiks gegenüber.

Zuerst möchte ich kurz auf das Positive eingehen und die Frage „Was war gut?“.

Ich fand die Idee von euch richtig gut viel Programm um die Streiks herum anzubieten. Mit alternativen Vorlesungen usw. Das war deutlich kreativer als stupide Blockaden (wie z.B. an der TU-Berlin) und hat nicht Streikende auch nicht stark eingeschränkt. Ich hoffe, das ihr immer viel Programm um Streiks herum macht, das halte ich für deutlich konstruktiver und besser als den Streik selbst.

Zu dem Punkt „Was muss in Zukunft besser laufen“ habe ich drei Punkte.

1. Die Forderungen
Persönlich fand ich viele Forderungen inhaltlich schlecht und falsch, aber das ist wohl eine persönliche Ansicht.
Dazu fand ich die Forderungen aber auch unglaublich populistisch und flach. Ich hatte das Gefühl, dass hier mehr auf Quantität statt auf Qualität gesetzt wurde. Einfach alles fordern, jeder wird schon irgendetwas finden.
Auch waren die Forderungen im Internet kaum untermauert, sie standen leer im Raum.
Gerade von uns Studenten erwarte ich eine ganz andere Qualität. Ich erwarte, dass man weiter denkt über Umsetzbarkeit und Konzepte aufzeigt.

2. Die Informationen vorher
Warum wurde überall zum Streik aufgerufen, aber nirgends wirklich geschrieben wofür. Die Forderungen habe ich erst im Internet, aber auf keinen Flyer gefunden. Viele Studenten haben sich diese Mühe nicht gemacht. So kursierten Gerüchte es gehe nur um die zulassungsfreien Masterstudiengänge. Aber genau um die ging es ja nur am Rand.
Ich habe mit vielen diskutiert, die zum Streik gehen wollten und sie dann mal mit den Forderungen konfrontiert. Die meisten waren dann ganz überrascht und meinten oft „Nein, dafür bin ich eigentlich nicht“ So waren viele für einen Bachelor oder für eine stärkere Trennung von Forschung und Lehre. Ich denke, dass hier sogar ganz bewusst Verwirrung gestreut wurde.
Ich finde hier vor allem schade, dass viele Mitstudenten einfach blind der Massen hinterstreiken, statt sich selber zu informieren um mal zu sehen, ob Sie auch hinter dem Streik stehen.

3. Verfälschung im Nachhinein
Klar, es waren echt viele Leute demonstrieren, Respekt (nur schade, dass zu einer Anti-NPD Demo in Reinickendorf gerade mal 200 Leute kommen, aber hier tausenden eine ganze Woche Zeit haben). Aber es wird so getan, als ob das die Mehrheit der Studierenden war. Allerdings waren alle Veranstaltungen bei den ich war (leider sind einige ausgefallen) ziemlich voll. Viele gingen also lieber zu Uni als zum Streik und das ebenfalls ganz bewusst. Ihr blendet auch aus, dass auf der Vollversammlung zwar fast alle für den Streik waren, aber das waren nur ca. 500 Studenten. Die meisten die nicht gekommen sind, haben allgemein keine Lust auf die derzeitige Form der Hochschulpolitik und waren sicher auch gegen den Streik. Dann ging gerade ein Aufruf zu einer Umfrage über die Uni Liste, die einfach nur schlecht ist. Man kann nirgends z.B. sagen dass man gar nicht Demonstrieren will, sondern nur wie man es will. Das hier ist der erste Aufruf den ich mitbekomme, bei dem man ernsthaft auch mal gegen die Streiks Stellung beziehen kann.

Fazit, was kann man besser machen?

1. Weniger ist mehr. Nicht 16 Forderungen die alles abdecken sollen, sondern nur das zentrale, wie: Keine Studiengebühren oder allgemein mehr Geld für die Lehre.

2. Ehrlich informieren, auch wenn Ihr dann Gefahr lauft, dass viele Mitläufer auf einmal keine Lust mehr haben.

3. Ehrlich der Meinung aller Studenten stellen, auch denen, die sich bewusst aus der Hochschulpolitik raushalten.

Trotzdem Gratulation zum Erfolg.

Robert Pietsch

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03.07.09

Liebe Streikis,

ich fand es großartig, dass ihr euch so ins Zeug gelegt habt den Streik für alle interessant zu gestalten, was euch auch definitiv gelungen ist.
Mir hat die Woche Spaß gemacht und ich hatte auch das Gefühl, dass sie etwas gebracht hat.

Das einzige was mir wirklich gefehlt hat, war der Versuch, alle Leute mit ins Boot zu holen, vor allem Studenten, die wenig politisch interessiert sind.

Das äußerte sich vor allem in den Streikplakaten und den Demosprüchen, die doch teilweise sehr eindeutig politisch links zu verorten waren, was Studenten die unpolitisch oder mittig orientiert sind denke ich eher abschreckt.
Mit Aussagen wie „Bildung ist keine Ware sondern ein Menschenrecht“ können meiner Meinung nach viele Leute kaum etwas anfangen, wohingegen „Lernfabriken abschaffen“ alle anspricht, die selber jeden Tag so eine Lernfabrik besuchen müssen.

Auch die vereinzelt aufgetretene Forderung nach der Abschaffung des Bachelor- und Mastersystems fand ich fehl am Platze. Es gibt keine Chance Bologna rückgängig zu machen und es ist auch zweifelhaft ob das wünschenswert wäre.
Es geht doch darum Bachelor und Master studierbarer zu machen, inhaltlich ihrem Anspruch gerecht zu werden. Was wir jetzt haben ist ja kein Bachelor, sondern ein zusammenepresstes Diplom-Grundstudium mit ein paar willkürlich zusammengestückelten Zusatzmodulen und kein berufsqualifizierender Abschluss.
Ich denke das Problem von Bachelor und Master liegt nicht in der Idee, sondern ín der Umsetzung.

Diese zwei Sachen wollte ich nur loswerden. Ansonsten nochmal: Hut ab. War ne super Woche!

Viele Grüße, Ida

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03.07.09

Als Akademische Mitarbeiterin dieser Uni möchte ich meine Meinung zu den Aktionen äußern, die ich an der Uni und in den Medien mitbekommen habe.
Prinzipiel unterstütze ich die Forderung nach mehr finanzieLlen Mitteln für das Studium, was zu einem besseren Betreuungsverhältnis in der Lehre führen würde. Die Verschulung des Studiums durch die neuen Studienordnungenh gefällt mir auch nur sehr begrenzt.Aber ich bin auch der Meinung, dass Feiheit im Studium nicht mit verminderten Anforderungen gleichgesetz werden darf. Wenn man sich in freier Wahl für einen Studiengang entschieden hat, muss man dann die Normen in bezug auf die erforderlichen Kompetenzen erfüllen,und dieses Anforderungsniveau kann nun mal nur von den verantwortlichen Hochschullehrern festgelegt werden.
Ich habe den Studies , die in meiner Vorlesung gefehlt haben, keine Fehlzeit berechnet, erwarte aber, dass sie sich über den versäumten Inhalt informieren. Ich finde es gut, dass die Studenten ihren Unmut öffentlich kundtun. Sie hätten von Montag bis Freitag vor dem Landtag und dem Finanzministeriun demonstrieren sollen und zwar 20000 Studenten und nicht nur so wenige, wie die Medien gezeigt haben. Das Versäumen von Lehrveranstaltungen, das Blockieren von Wegen in der Uni und einige andere Aktionen haben, so glaube ich , nicht den gewünschten Erfolg.
Vieleicht können Sie diese Anregungen bei Ihren nächsten Aktionen bedenken.
Mit freundlichen Grüssen
Dr. Sabine Friedrich
Lehreinheit Arbeitslehre/Technik

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03.07.09

Liebe Studenten,

aus Sicht eines Angestellten des Dekanats habe ich den Streik wie folgt erlebt:

Wir hatten in dieser Woche Prüfungsanmeldung und hatten unvermindert gleichen Publikumsverkehr.
Die Mensa war gewohnt voll.

Die Männer-Toilette in der untersten Etage im Haus 1 Griebnitzsee war fast täglich mit neuen Parolen direkt auf der Wand beschmiert, so dass ständig neu gemalert werden musste. Einige Sprüche waren sogar äußerst repektlos.

Wir leiden hier selbst unter ständigen Mitteleinsparungen, Haushalts-Stopps und Stellenbeschränkungen. Wir können uns durchaus mit dem Gedanken eines Bildungsstreiks solidarisieren. Aber rein persönlich finde ich es nicht angebracht, öffentliches Eigentum zu beschmutzen und zu zerstören. Dadurch werden die knappen Mittel noch weniger zweckgebunden für Instandhaltungen verbraucht.

Die Bildungssituation ist katastrophal in Deutschland. Wir haben im internationalen Vergleich ein extrem geringes Maß an Ausgaben pro Kopf für Bildung. Das beginnt schon in der Kita, wo z.B. in Frankreich alle Erzieher/Innen einen Hochschulabschluss haben.
Diese Diskussion muss also klar und deutlich medienwirksam auf Landes- und Bundesebene geführt werden.
Ich bin nicht sicher, ob ein Streik für einen Studenten ein gutes Mittel ist. Man setzt keinen Arbeitgeber unter wirtschaftlichen Druck und man bestraft sich meistens selbst.
Ich könnte mir aber Petitionen, Demonstrationen, Kontakt zu den jeweiligen Ministerien, Abgeordneten und der Presse und ein Viralmarketing im Internet vorstellen.

Viele Grüße,
Frank Geppert

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03.07.09

Lieber Herr Raßmann,

ich finde, der Streikaufruf war völlig überfrachtet mit Forderungen, die viele
von uns nicht unterstützen konnten, und enthielt Statements, die mit der
Studienwirklichkeit wenig zu tun hatten. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Hätte sich der Streikaufruf auf die einige zentrale Punkte (mehr Ressourcen
für den Bildungsbereich, Studienfinanzierung/Stipendiensystem) konzentriert,
dann hätte sich vielleicht nicht nur eine Minderheit der Studierenden beteiligt
und man hätte viele Lehrende auch im Boot gehabt. Schade.

Beste Grüße
Robert Seckler

Prof. Dr. Robert Seckler
Universitaet Potsdam
Physikalische Biochemie

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03.07.09

Hallo!
Generell gut fand ich in Potsdam, dass alles sehr friedlich abgelaufen ist und die Proteste nicht nur Spaßproteste waren, sondern meist auch konkrete Inhalte hatten. Und dass die Argumente den meisten beteiligten Leuten auch mindestens genauso wichtig waren wie der Spaß. Ich war nur bei der großen Demo und der Fahrraddemo. Von der Wissenschaftministeriumsblockade habe ich nur von Beteiligten erzählt bekommen, dass Frau Wanka nicht sehr erfreut darüber war und das Gespräch per Megaphon nich sehr ergiebig und vor allem nicht sehr versöhnlich verlief. Selbst erlebt: Auf dem Brauhausberg gab es während der Fahrraddemo ein 20-minütiges Gespräch mit der Potsdamer SPD-Landtagsabgeordneten Clara Geywitz, das ziemlich vernünftig und verständnisvoll verlief. Sie lud die Leute auch ausdrücklich zu einer Diskussionsrunde nach Griebnitzsee am gleichen Abend ein. Eine Stunde später (Das habe ich auch nur erzählt bekommen): Am Brauhausberg war nur noch eine kleine Streikbesatzung geblieben, fuhr der Bildungsminister Herr Rupprecht vor. Es kam zu einem Gespräch, hauptsächlich zwischen ihm und einer Schülerin, die allerdings überfordert schien und ganz spezielle Probleme an ihrer Schule ansprach, die nicht im Aufgabenbereich des Ministers liegen. Zudem begann es zu regnen, niemand reichte dem Minster einen Schirm oder ähnliches.
Ich finde, dass wir mit den hauptverantwortlichen Ministern versuchen sollten , gut zurecht zu kommen. Wir können gerne kontra geben, aber die Gespräche sollten fair bleiben und vor allem in einer besseren Atmosphäre stattfinden. Nicht mit Megaphon und im Berufsverkehr bzw. im Regen. Ich weiß nicht, ob die Ministerien überhaupt so gesprächsbereit sind und sich in kleiner Runde treffen wollen. Vielleicht könnte man bei der nächste Aktion im voraus ein Gespräch organisieren und den Tag davor durch Demos und Aktionen Aufmerksamkeit erregen und zeigen, dass viele Leute dafür sind. Die Gespräche selber sollten aber nicht durch Sitzblockaden erzwungen werden. Allerdings weiß ich nicht genug bescheid. Falls es Gesprächsangebote der Studenten gab, die abgelehnt wurden, sieht das vielleicht etwas anders aus. Ach, und ich hätte es gut gefunden, wenn es auf der ASTA-Homepage nach dem Demovideo auch noch einen Bericht von einer Gesprächsrunde (Do-Abend in Griebnitzsee(War da jemand?), mit Frau Wanka,Herr Rupprecht etc. ) gegeben hätte.
Was weiter gut war: Die Kooperation der Polizei bei spontan angemeldeten Demos(Sitzblockade Wissenschaftsminsiterium). Bei der Großdemo fand ich die Rednerin am Bildungsminsterium zu grundsätzlich. Sie war gegen System und herschende Parteien. Bei der Demo ging es um kurzfristge konkrete Forderungen an die Politik und nicht um langfristige Systemfragen, höchstens um das Umdenken zu Bildung als Wert an sich. Das System ist ja nicht Schuld, sondern die Art, wie die einzelnen Leute im System denken. Egal in welchem.

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02.07.09

Ja Bildungsstreik…es ist wieder soweit: Ohne Kritik an bestimmte Menschen richten zu wollen, glaube ich das die „Message“, die Frage warum massenweise Studenten „schwänzen“ zum Teil nicht vermittelt wird/ vermittelt werden kann.Es scheint eigenartig, aber ich glaube es gibt Menschen – und leider sogar Mitstudenten, die nicht verstehen warum man „blau“ macht. Was ich mir (mehr) wünschen würde wäre eine sachliche Positionierung:
Wie schätzen wir den Ist-Zustand ein?
Was wollen wir verändern?
Was können wir verändern?
Gibt es einen Konsens?
Ich fand es erschreckend und so nicht vorhersehbar das Mitstudenten zu Seminaren gegangen sind, weil sie Angst hatten Fehlzeiten zu bekommen. Ich find es irgendwie auch eigenartig, dass Studenten den Prof gefragt haben, ob sie streiken dürfen. Auch Mitarbeiter der Uni sollten direkt aufgefordert werden sich am Streik zu beteiligen. Wer will schon Seminare mit 120 Studenten abhalten müssen?

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02.07.09

Hallihallo liebe Engagierte!

Streik_feedback:

Ich werde mich in Lodhudelei zurückhalten, weil ihr das a) selber könnt und b) es viele andere machen.
Begriff:
Der Begriff „Streikwoche“ war das größte Problem am Streik. Deswegen waren einfach so viele Studierende zu Hause oder im Urlaub oder saßen über Hausarbeiten. Nächstes Mal sollte es „Protestwoche“ oder so heißen. Streik impliziert das Ablegen von Arbeit, da bestreiken wir uns ja selbst. Somit haben alle die, die zu HAuse geblieben sind, ja alles richtig gemacht. Die Dozenten waren übrigens auch häufig einfach nicht da oder „krank“. Ist ja auch mal schön, so ne Urlaubswoche mitten im Sommersemester.

Unkonkrete Forderungen:
Weiterhin fand ich es schade, dass soviel gejammert wurde und beklagt wurde, was falsch läuft und was man will, aber es gab nie einen Alternativvorschlag mit konkretem Konzept. Der offene Brief (?), der im Wissenschaftsministerium abgegeben wurde (kann man das irgendwo lesen?) ist vielleicht konkreter, aber alle Zettel, die durch die Uni flogen, waren unkonkret. So kommen wir nicht voran.
Mir ist bewusst, dass man dafür Meinungen, Ideen, Vorschläge benötigt, die von den Studis kommen müssen. Da das politische Engagement derer zum einen zu wünschen übrig lässt und des weiteren zusätzlich Arbeit rein zeitlich schwierig für viele ist, werden wenige Studis sich einbringen. Zumal (Kritikpunkt 2) auch nicht immer klar war, warum wir jetzt was scheiße finden. Ich hab noch immer nicht verstanden, warum jemand, der länger als die Regelstudienzeit studiert zwangsläufig aus dem Studium fliegt. Meiner Information nach hat man die doppelte Semesteranzahl für´s Studium Zeit (d.h. 12 Semester für den BA), bei Einzelfallentscheidungen noch mehr. (Das Teil-Zeit-Studium steht da auf nem anderen Blatt, was definitiv besprochen werden muss!)

Ich finde es besser, wenn die Probleme, die es ja augenscheinlich gibt, sachlich dargelegt werden. Schön wären hierzu genaue Zahlen (wenn man da rankommt).
Desweiteren sollte ein ?Protestkommitée? sich engagierte Dozenten ins Boot holen, die wissen manchmal mehr, kommen an Details heran und bieten dem ganzen ihren Namen.
Da wären wir beim ersten Punkt: wenn man den Protest nicht als Streik auffasst, sollten die Dozenten auch keine Probleme bekommen (freie Meinungsäußerung etc.).

Zur Demo:
Die Demo in Potsdam war wirklich gut. Tolle Musik, viele Leute, witzige Transparente. Leider waren nicht alle Redebeiträge gut. Generell ist es schwierig, wenn man Dinge verallgemeinert. So ging es um unseren Bildungsstreik, wir wollen freie Bildung für alle. Dass dann ein Beitrag zur Kapitalismuskritik kommt, ist sehr fragwürdig. Letztendlich hängt es zusammen. ABER: in erster Linie sollten auch die angesprochen werden, die unpolitisch sind (die Mehrheit halt) und solche, die vielleicht Vorurteile gegenüber Demos, Linken, Hippies etc. haben. Daher wäre es angebracht beim Thema zu bleiben. Es ging bei diesem Streik um Werbung, Aufmerksamkeit, ?Leute hört uns an!?. Über das, was die Gesellschaft spricht, über das redet die Politik! Also muss man konsequent beim Thema bleiben, da sonst der Eindruck entsteht, es ginge um eine allgemeine Kapitalismuskritik und ?die Linken? suchen nur ein weiteres Ventil. (Das klingt jetzt härter, als es von mir gemeint ist.)
Leider war in den Medien danach wenig zu lesen/hören.

Das sind jetzt, zugegeben wenig geordnet, meine Eindrücke zum Bildungstreik. Ich hoffe, dass es konstruktiv weitergeht. J

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02.07.09

Hallo,
Ich studiere in Golm. Mein Hauptkritikpunkt am Bildungsstreik ist, dass zu wenig Information zu spät bei den Studierenden angekommen ist! In der Woche des Bildungsstreiks selbst bzw. Ende der Vorwoche gab es dann schon viele Informationen, aber ich denke, dass sich noch mehr Studenten etwas hätten einfallen lassen, wenn sie schon Wochen vorher immer wieder auf den Streik aufmerksam gemacht worden wären!

Vielen Dank,
Lg,
Alexander

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02.07.09

Hi Streiker

War eine super veranstaltung!
Ist meine erste richtige Demo gewesen – hab Spaß dran gefunden! Nächstes mal wieder.

Einige Verbesserungsvorschläge, Kommentare, Hinweise:

Die Tour war mit 4 Stunden eine zu lang. Zuviele springen ab, zuviele werden müde, einen guten Demo-eindruck macht man am Ende auch nicht mehr.

Für Newbees (viele Schüler, zB) vielleicht nächstes mal vorher etwas expliziter den Hinweis, sich Transpis zu basteln. Macht nämlich echt Spaß.

Weniger politisieren! Diese Kommunismus-scheiß ging echt zu weit für eine Bildungsdemo! Damit schreckt man erstens zuviele ab und verliert gewaltig an Potential, und weicht zweitens vom Ziel der Streikwoche ab.

Das war’s auch schon wieder von mir. Hoffe, ihr könnt die Kritik als konstruktive umsetzen!

Berry Boessenkool, Geoökologie (2.Sem)

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02.07.09

Bei mir hat der Streik insofern einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, als dass ich die Sachbeschädigungen (auch wenn es kleinkariert klingen mag…) durch Graphiti und Aufkleber absolut daneben finde (wirft auch keine gutes Licht auf die Studenten, wenn die Aufkleber von Bushaltestellen entfernt werden müssen, weil sie über die Fahrpläne geklebt wurden) und zudem wurde meiner Meinung nach der Streik in Potsdam und vorallem Berlin zu häufig von linksradikalen Gruppen genutzt um ihre Parolen loszuwerden. In solchen Momenten verlassen ich dann genervt die Demo, weil dass dann kein Streik mehr der Studenten ist, der auch meine Interessen vertritt, sondern einfach Krawall gegen den Staat etc.

Richtig gut beim Streik, fand ich aber die Alternativ-Uni-Angebote, wo richtig interessante Vorträge und Diskussionen dabei waren! (so was sollte es immer geben und nicht nur während des Streiks :)

Grüße

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26.06.09

Hallo…
ich fand den Bildungsstreik insbesondere die Demo am Mittwoch gut organisiert, jedoch war
der redebeitrag vor dem Bildungsministerium echt peinlich, denn es ging nicht darum den
kapitalismus zu beseitigen sonder uns gegen das derzeitige bildungssystem zu stellen….der
redebeitrag hat sein ziel dort verloren und verfehlt.
auch der ausführliche beitrag zum wirken martin luthers war nciht doll….es interessiert dort
niemanden ob er antisemit war, sondern nur grob dass es in den lehrbücher die geschichte
meist nciht genau reflektiert wird….

so das wars von mir…. ansonsten tolle aktion!

lg

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26.06.09

fand den bildungsstreik insgesamt sehr gelungen. danke für euer engagement!!
besonders die demo, die besuche der fachminister und das camp. ich halte aber einige sachen für verbesserungswürdig: während der woche wurde die bildungsstreik-seite kaum aktualisiert. man wusste als außerstehender teilweise gar nicht was die woche gelaufen ist. ansonsten hätte es auch sinn gemacht früher für das avv, das camp und die aktionen zu werben. weiterhin hätte ne vv am ersten oder zweiten tag des bildungsstreik sinn gemacht, um den leuten letzte infos zu geben und ne spontane aktion durchzuführen. hoffe es wird weitere aktionen und nächstes semester wieder ne streikwoche geben. auch hoffe ich, dass sich beim nächsten mal mehr studis, mitarbeiterInnen und dozentInnen beteiligen werden.
weiter so!

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Brief an die Pressestelle der Universität am 17.6.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

deutschlandweit streiken Zehntausende von Studenten, und auch hier in Potsdam passiert etwas. Selbst die Bundesministerin äußert Verständnis für das Anliegen der Streikenden… und auf Ihrer Homepage, es ist offensichtlich nicht die aller Universitätsangehörigen der Universität Potsdam – ist Nichts davon zu lesen.

Ist es Ignoranz oder Arroganz der Macht oder was, daß Sie dies so einfach negieren? Als Mitglied dieser Universität protestiere ich auf diese Weise gegen diese Pressepolitik, die nicht den Namen wert ist und die offenbar nur der Obrigkeit gefügig sein möchte.

Hochachtungsvoll

HD Dr. habil. Raimund Krämer
Wiso-Fakultät