Tritratrullala, Bildung ist für alle da!

…das war unsere Forderung im Sommer und ist es immer noch, denn es ist kaum etwas besser geworden, durch die neue Bundesregierung eher schlimmer. Die angestrebte Lockerung des Kündigungsschutzes auf Bundesebene, die Zwangsexmatrikulation des Brandenburgische Hochschulgesetzes, unfaire Tarifverträge für studentische Beschäftigte und befristete Lehraufträge sind nur einige der Ursachen, die zu sozialer Selektion führen und sowohl bei Schüler_innen, Auszubildenden und Studierenden, als auch bei Lehrenden Existenzängste hervorrufen. Dutzende Hochschulen auf der ganzen Welt sind derzeit besetzt. Der Protest geht in die nächste Runde!

Neue Lehre(r_innen) braucht das Land!

Auch an den Schulen werden Privatisierung und Entdemokratisierung vorangetrieben. Die Zusammenfassung von Haupt- und Realschule ist kein Schritt nach vorn, sondern entfernt uns mehr von unserem Ziel: eine Schule für alle! Es mangelt immer noch an der Umsetzung alternativer Schulkonzepte. Deshalb fordern wir in der Ausbildung zukünftiger Lehrer_innen mehr Kompetenzen zu partizipativen und demokratischen Methoden. Dazu sind gut ausgebildete Lehrkräfte, Schulpsychologen und Sonderpädagogen unerlässlich. Das gilt für Bildung in allen Bereichen.

Wessen Uni? Unsere Uni!

Auch Hochschullehre verlangt die Anwendung von Methoden, die Selbstständigkeit und Eigenorganisation, aber eben auch Teamfähigkeit fortbilden und fördern! Wir wollen eine Demokratisierung des Bildungssystems. In der Vergangenheit wurden viele Schulen und Hochschulen in die „Autonomie“ abgedrängt. Aber: Autonomie braucht zwingend das Mitgestaltungsrecht aller Statusgruppen. Ist das nicht gegeben, so wird aus Autonomie der Hochschulen eine Diktatur der Rektorate. Wir wollen mitentscheiden, wie sich das Lernen an unseren Schulen und Hochschulen gestaltet. Diesen Anspruch fordern wir hiermit ein!
Demokratie muss gelebt werden, um sie zu lernen. Wir fordern deswegen mindestens Viertelparität in allen universitären Gremien und mehr Mitgestaltungsrecht auf allen bildungspolitischen Ebenen.

Frieden schaffen ohne Waffen!

Eine unserer Forderungen war und bleibt die Entmilitarisierung der Hochschule. Nach unserem Verständnis ist es die Aufgabe von Schule und Hochschule, sich der Herausforderung eines friedlichen Zusammenlebens anzunehmen und Erziehung nicht nur antifaschistisch sondern auch antimilitaristisch zu gestalten. Doch statt den Studiengang „Military Studies“ einzustellen, gründet sich unter Beteiligung der Uni Potsdam ein neues Institut für „Gesellschaft und Sicherheit“ unter der Beteiligung von drei rüstungsnahen Unternehmen. Diese Entscheidung über unsere Köpfe hinweg ist nicht hinnehmbar!

Für ein Grundrecht auf Ausbildung!

Das System der dualen Berufsausbildung ist nach wie vor das erfolgreichste, wenn es um den Übergang von der Ausbildung in den Beruf und in den Arbeitsmarkt geht. Doch immer mehr Jugendliche bewerben sich erfolglos um eine Ausbildung und verschwinden in so genannten Warteschleifen. Damit das Grundrecht auf Ausbildung abgesichert wird, muss das duale System mit neuem Leben erfüllt werden. Neben den tarifpolitischen Initiativen der Sozialpartner gehören dazu gesetzliche Rahmenbedingungen, die mehr betriebliche Ausbildung ermöglichen, zum Beispiel über Ausbildungsum- bzw. -zulagen. Außerbetriebliche Ausbildung kann betriebliche Berufsausbildung nicht ersetzen, sondern ergänzt diese. Mit zielgruppenorientierten Beratungsangeboten können Betriebe, Schulen und Bundesagentur für Arbeit die Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt unterstützen. Ausbildungsbegleitende Hilfen sollten Standardangebot der Berufsausbildung sein, um benachteiligten Jugendlichen Abschlüsse zu ermöglichen.

Wer Bildungsarmut bekämpfen will, muss soziale Barrieren abbauen. Der Staat muss ein exzellentes Bildungswesen für alle Menschen sichern und finanzieren. Bildung zu privatisieren oder die Kosten mehr und mehr auf die oder den Einzelnen abzuwälzen, kann ebenso wenig eine Alternative zu einem zukunftsfähigen Bildungswesen sein wie von Unternehmen finanzierte und kontrollierte Eliteeinrichtungen. Der Trend zu einem abgeschotteten privaten Bildungssystem verschärft die soziale Spaltung in der Gesellschaft. Das beginnt beim teuren Luxus-Kindergarten, geht weiter bei der, von den Eltern, finanzierten Berufsausbildung und reicht bis zur privaten Hochschule.


Für unsere Forderungen und Ziele müssen wir einstehen
um heute unsere Zukunft zu gestalten!

Deshalb zum internationalen Aktionstag am Dienstag 17. November auf die Straße gehen!
Demo in Potsdam ab 10 Uhr, Treffpunkt am Neuen Lustgarten
(Breite Straße, gegenüber vom Filmmuseum).
Bringt euch ein, tragt euren Protest in die Öffentlichkeit!