Archiv der Kategorie 'Solidaritätserklärungen'

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Soli-Erklärung aus Wien

Wien, am 12.11.2009

Liebe KollegInnen, KommilitonInnen, solidarische FreundInnen!

Zuerst einmal ehrlichen Dank, dafür, dass ihr den Widerstand gemeinsam mit uns aufnehmt, dafür, dass ihr uns dadurch in unseren Anstrengungen bestärkt und dafür, dass mit eurem Engagement die Aufmerksamkeit auf die Missstände im Bildungssystem größer wird, und die Aussicht auf eine zufriedenstellende Lösung eine bessere ist. Wir stehen zusammen, durch unser Anliegen, eine freie, hochwertige Bildung für alle durchzusetzen, die Verantwortlichen zum Handeln zu bewegen und unseren Mitmenschen zu vermitteln, das unsere Forderungen ein gesamtgesellschaftliches Problem ansprechen, das alle Menschen Europas betrifft – nicht nur uns Studierende.

§ Die Universitäten dürfen nicht länger als reine Ausbildungsbetriebe für die Wirtschaft begriffen werden. Dies würde ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht werden. Die Universitäten haben unserer Auffassung nach die Aufgabe der demokratischen Gesellschaft durch barrierefreie Wissensvermittlung und freie Forschung den Weg hin zu einer gerechten Gesellschaft zu weisen. Damit sie diesen Anforderungen gerecht werden können, bedarf es einer durchgängigen Finanzierung, so dass keine Abhängigkeit von Drittmitteln besteht, welche die Integrität und Funktion der Universitäten untergraben und diese ökonomischen Interessen unterordnen. In einem chronisch unterfinanzierten System kann weder ausreichende Betreuung noch qualitativ hochwertige Bildung gewährleistet werden – außerdem müssen die prekären Arbeitsverhältnisse im universitären Betrieb beendet werden, um angemessenes Studieren und Lehren möglich zu machen.

§ Zugangsbeschränkungen und finanzielle Hürden jedweder Art fördern die soziale Selektion und stehen somit im Widerspruch zu unserem Wunsch nach einer gerechten Gesellschaft. Herkunft und finanzielle Möglichkeiten dürfen die persönliche Weiterbildung, die beruflichen und gesellschaftlichen Perspektiven nicht beeinträchtigen. Die Forderung nach uneingeschränkten Studienbedingungen ist die Forderung nach einer freien und gerechten Gesellschaft. Niemals kann es zu viele Studierende geben – nur eine zu geringe Finanzierung!

§ Der Bologna-Prozess wurde zu einem Werkzeug zur Umgestaltung der Universitäten nach neoliberalen Vorstellungen. Diese „Verschulung“ führt dazu, dass es Studierenden unmöglich wird, sich nach ihren eigenen Interessen weiterzubilden. Stattdessen wird eine Normierung und Regulation der AbsolventInnen angestrebt – unseres Erachtens nach steht diese Vorgehensweise den Zielen und Werten einer universitären Bildung diametral entgegen. Gebildete, mündige Menschen hervorzubringen, die in der Lage sind, sich selbst und ihre Gesellschaft kritisch zu hinterfragen, die somit in der Lage sind, einen konstruktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der europäischen Gesellschaft zu leisten – das muss eine verantwortungsbewusste Universitätspolitik anstreben! Wem Bildung zu teuer ist, der weiß nicht was Dummheit kostet!

§ Weiters ist es unbedingt nötig, dass die Lehrenden, die Studierenden und andere MitarbeiterInnen angemessen in die universitären Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Universität muss einen Freiraum für gesellschaftlichen Diskurs bilden und darf deswegen unter keinen Umständen in autoritären Strukturen verhaftet bleiben – wir fordern eine weitläufige Demokratisierung der Universitäten!

§ All dies muss auf der Grundlage von bedingungsloser Gleichberechtigung und einem antidiskriminierenden Konsens aufgebaut sein. Wir fordern gleiche Rechte und gleiche Möglichkeiten für alle Menschen – niemand soll mehr aufgrund von Geschlecht, religiöser Überzeugung, Herkunft, Ethnizität, Behinderung oder sexueller Orientierung benachteiligt werden. Es ist höchste Zeit, dass dieses selbstverständliche Anliegen lückenlos umgesetzt wird – Bildungseinrichtungen sind Werkstätten für die Zukunft, und eine dementsprechende Behandlung steht ihnen zu!

Wir glauben, dass unsere Stimme gemeinsam laut genug ist, um die zuständigen Regierungen endlich dazu zu bringen, die Krise, in der die freie Bildung durch ihre Schuld gefangen ist, nicht länger zu ignorieren, die Augen nicht länger vor den Missständen und die Ohren nicht länger vor unseren Forderungen zu verschließen! Eine europaweite Bewegung, durch europaweite Missstände motiviert, kann Europa die Universitäten zurückgeben, die es so dringend notwendig hat! Ein Versagen in der Bildungspolitik ist Raubbau an unser aller Zukunft – es ist unsere Zukunft, es sind unsere Unis!

Gehen wir den Weg gemeinsam.

Euer

Audimax Wien

Plenum des Audimax Wien

AG Internationale Vernetzung

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UNI BRENNT – UNIVERSITY OF VIENNA ON FIRE – L‘UNIVERSITÉ DE VIENNE BRÛLE
Internationale Vernetzung
International Networking
Interconnexion globale

P R E S S E M I T T E I L U N G der Studierenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Brandenburg

Potsdam, 10.11.2009

GEW-Studis solidarisieren sich mit den protestierenden Studierenden an
der Uni Potsdam

Die GEW-Studis Brandenburg begrüßen die jüngsten Proteste der
Studierenden an der Universität Potsdam. „Den Studierenden“, so Hannah
Grün von den GEW-Studis „müssen angemessene Bedingungen gewährleistet
werden, um jedem und jeder einzelnen einen erfolgreichen
Studienabschluss zu ermöglichen.“

Wir unterstützen die Methode des Protestes angesichts der gravierenden
Probleme und dem Unwillen eines Entgegenkommens seitens der Politik
und der Universitätsleitung nach den lauten Protesten der vergangenen
Monate. Wir freuen uns, dass die Protestierenden sich der Lehre nicht
in den Weg stellen, sondern sich aktiv für die ungestörte Durchführung
aller Lehrveranstaltungen einsetzen. Dies ist ein deutliches Zeichen
für die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens. „Emanzipierte Bildung kann
nicht in überfüllten Lehrveranstaltungen mit frontalen Lehrformen
stattfinden. Es bedarf dagegen Räume zur kritischen, dialogischen
Auseinandersetzung, um in die Zukunft gerichtete Lernprozesse zu
erreichen. Diese Bedingungen herrschen an der Universität Potsdam
nicht vor“, stellt Benjamin Mosebach, Sprecher der GEW-Studis fest.

Die Forderungen der Protestierenden nach besseren Rahmenbedingungen
für emanzipierte Bildung teilen wir als GEW-Studis Brandenburg in Gänze!