Archiv der Kategorie 'Pressespiegel'

Bildungshäppchen, 5. März 2010

In den USA protestierten gestern Tausende Studenten beim National Day of Action to Defend Public Education gegen die fortschreitende Privatisierung öffentlicher Hochschulen. In der wahrscheinlich besten amerikanischen Nachrichtensendung Democracy Now gab es gestern einen ausführlichen Bericht darüber, inklusive einem Interview mit Aktivisten von der UC Berkeley. Gouvernator Schwarzenegger kam in einem O-Ton zu Wort, in dem er bemängelte, dass Kalifornien mehr Geld in Gefängnisse als in Bildung investiert.

In Berlin verschiebt sich derweil der Start der zentralen Schülerüberwachungsdatei, weil in vielen Schulen weder schnelle Internetanschlüsse noch „sichere“ Räume für die benötigten Server zur Verfügung stehen. In Brandenburg geht der geplante Kontrollwahn noch einen Schritt weiter:

Daten, die bislang nur lokal in Aktenschränken oder in Schulrechnern lagern, wandern auf einen zentralen Server in Potsdam. Digitalisiert lägen dort nicht nur Stammdaten der Schüler, sondern auch ihre Noten inklusive Beurteilungen des Sozialverhaltens, Angaben „zur Schwimmfähigkeit“ und Infos über das Engagement in Gremien. Auch, ob ein Kind an der Schulspeisung teilnimmt oder in welcher Sprache sich die Eltern unterhalten, soll an den Zentralrechner übermittelt werden.

Auferstanden als Ruinen – Bildungszombies gegen Minister_innen

Zombieaugen

Pressemitteilung des „Unabhängingen Aktionsbündnisses KMK“

Heute, am 4. März 2010, demonstrierten, wie schon am Tag zuvor gegen die Bologna-Fachtagung, Schüler_innen und Studierende gemeinsam gegen die hinter geschlossenen Türen stattfindende „Kultusministerkonferenz“ (KMK) in Berlin. Etwa 20-25 Menschen torkelten als hirnlose „Bildungszombies“ erst über den Gendarmenmarkt und dann direkt zum Tagungsort. Dort verteilten sie Flyer an Passant_innen und riefen Sprechchöre wie z.B. „Wir sind hier, wir sind tot – wegen deutscher Bildungsnot“. Als die Gruppe in Richtung der Konferenzräume zog, wurde sie von Polizisten abgefangen und erhielt überzogene Demonstrationsauflagen. „Seien Sie froh, dass Sie auf dem Gehsteig demonstrieren dürfen!“, so einer der Beamten. Vor dem Tagungsgebäude hielten die Aktivist_innen gegen 12:00Uhr eine Kundgebung ab. In mehreren Redebeiträgen wurde die KMK als vor allem an wirtschaftlichen Interessen orientiertes „Klüngeltreffen der Polit-Elite“. Die Redner_innen forderten die vollständige Demokratisierung aller Lebensbereiche ein. Das Gremium der KMK steht deshalb schon an sich den Forderungen der Protestierenden entgegen und ist damit nicht Adressatin, sondern Gegenstand des Protests.

Doch auch das konkrete Vorgehen des Minister_innentreffens wurde scharf kritisiert: „Dass die Minister_innen sich für ihre so genannten Strukturvorgaben, nur einen Tag Zeit nehmen, an dem die Hälfte der Tagesordnungspunkte aus Grußworten besteht, beweist mit welcher Selbstherrlichkeit und Ignoranz Entscheidungen im Parlamentarismus gefällt werden!“ so die Physikstudentin Leyla Al Fardi (26).

Am Rande der Kundgebung kam es zu einem Gespräch mit dem Generalsekretär der KMK Prof. Dr. Erich Thies, der aus einiger Entfernung die Kundgebung beobachtet hatte. Die Anliegen der Studierenden und Schüler_innen habe man „zur Kenntnis genommen“, so Thies. Die konkreten Forderungen der Protestierenden hielt er „unter uns gesagt für Quatsch.“ Das Gespräch mit den Studierenden brach er kurz darauf ab, ihm sei kalt. Abschließend brachten die Demonstrierenden ihre Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen über das Bildungswesen hinaus noch einmal lautstark zum Ausdruck: Rufe wie „No border! No nation! Free education!“ hallten bis zum Abschluss der Kundgebung durch die Straßen.
Wir protestieren nicht nur gegen eine Bildungspolitik der Ökonomisierung und der Elitenförderung, sondern gegen jeden sozialen Kahlschlag und gegen Herrschaftsverhältnisse, in denen der einzelne Mensch nichts und der Profit alles bedeutet.
Die KMK ist eine der Entscheidungsinstanzen, in denen wenige über den Lebensalltag von Millionen bestimmen. Dieses Politikverständnis lehnen wir von Grund auf ab.

Daher stellen wir keine Bitten an die KMK! Wir formulieren keine Appelle! Wir sagen: Unser Leben in unsere Hände! Für Solidarität und freie Bildung!

Unabhängiges Aktionsbündnis KMK

Bilder der Aktion:

Zombies vorm Dom

Transpi

Zombie Nation

Stürmt die Hinterzimmer!

Pressemitteilung des „U. A. KMK“

Heute morgen, am 3.März 2010, demonstrierten etwa 35-40 Personen auf dem Gendarmenmarkt gegen die hinter geschlossenen Türen stattfindende Bologna-Fachtagung der „Hochschulrektorenkonferenz“ und der „Kultusministerkonferenz“ (KMK). Die anwesenden Polizeikräfte versuchten den legitimen Protest sofort zu unterbinden. Platzverweise wurden ausgesprochen und Personalien festgestellt. Trotz der polizeilichen Repression gelang es einigen Aktivist_innen gegenüber des Tagungsortes, am französischen Dom, ein Transparent mit der Aufschrift „Stürmt die Hinterzimmer! – Radikale Demokratisierung!“ anzubringen.
„Dieses Kaffeekränzchen von Politiker_innen hat keinerlei Legitimation über meine Lerninhalte zu bestimmen!“ so Schülerin Lisa Harz (18).

Wir protestieren nicht nur gegen eine Bildungspolitik der Ökonomisierung und der Elitenförderung, sondern gegen jeden sozialen Kahlschlag und gegen Herrschaftsverhältnisse, in denen der einzelne Mensch nichts und der Profit alles bedeutet!
Die KMK ist eine der Entscheidungsinstanzen, in denen wenige über den Lebensalltag von Millionen bestimmen. Dieses Politikverständnis lehnen wir von Grund auf ab.
Daher stellen wir keine Bitten an die KMK! Wir formulieren keine Appelle! Wir sagen: Unser Leben in unsere Hände! Für Solidarität und freie Bildung!


Unabhängiges Aktionsbündnis KMK

Bilder der Aktion:

Bild 1

3

4