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Schluss mit dem Schavaansinn! Berliner Gegengipfel 17. Mai 2010

Da wir den Bologna-Gipfel nicht in der Uni Potsdam übertragen, können alle Interessierten zur Live-Übertragung und den anschließenden Gegengipfel im Audimax der Humboldt Universität gehen (Anfahrt: Friedrichstraße oder Unter den Linden).

Ablauf:
17. Mai 2010 // 9:00 bis 13 Uhr: live Übertragung der offiziellen Bolognakonferenz im Audimax
14 bis 15 Uhr: Gegengipfel mit studentischer Auswertung und Kurzzusammenfassungen, extra: der ExpertInnen-Kommentar
15 bis 16 Uhr: offene Diskussion

Gäste: Michael Hartmann, Sonja Staack, Peter Grottian
Weitere Infos: Schluss mit dem Schavansinn

Studentische Vollversammlung Mi, 12.Mai 12Uhr Audimax

BartSticker

Auf zur Vollversammlung!

Sie findet am MITTWOCH, den 12. MAI um 12 Uhr im Audimax am Neuen
Palais statt.

Voraussichtliche Tagesordnung:

„1. Bildungsproteste: bisherige politische Erfolge für Studierende an
der Universitaet und in der Landeshochschulpolitik

2. Kritische Bilanz: Misserfolge, fortbestehende offene Baustellen und
politische Kampffelder

3. Aktuelle Entwicklungen in der globalen Bildungsprotestbewegung,
Ausweitung der Proteste auf Lehrbeauftragte

4. Abstimmung des Antrags: Die Studierendenschaft der Uni Potsdam
unterstuetzt die Weiterführung der Proteste im Sommersemester

Please don‘t stop the music

Zur Lage des bedrohten Faches Musikwissenschaft an der Universität Potsdam

„Eine Atempause“ brauche nach Auffassung des Vizepräsidenten für Forschung und Lehre der Universität Potsdam, Thomas Grünewald, die Musikwissenschaft und begründet damit den Immatrikulationsstopp für das Fach, den das Präsidium trotz gegenteiliger Entscheidung des Fakultätsrates Humanwissenschaften vom 29. April doch noch im Alleingang gegen die Position der Fakultät, der Studierenden und der Lehrenden durchgeboxt hat. Und aller Voraussicht nach dabei bleibt, selbst nachdem etwa 50 Studierende in einer Spontandemonstration über den Campus ins Präsidium gezogen sind und den Vizepräsidenten zu einem Gespräch eingeladen haben.
Der Bachelor Musikwissenschaft sei nicht weiter studierbar, da der Lehrstuhl vakant ist und die musikwissenschaftliche Ausbildung von einer Privatdozentin und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter getragen wird.

Daran schließt sich die nächste Frage an: Warum lässt man einen Lehrstuhl, von dessen Lehrauftrag 180 Studierende abhängig sind, so lange unbesetzt?

Wird die Einschreibemöglichkeit eines bestimmten Studiengangs für Studieninteressierte gestrichen, verringert sich dadurch die Zahl der Studierenden im Fach, das Fach rutscht aus der Relevanzsphäre heraus und die musikwissenschaftliche Hochschulausbildung findet sich auf der roten Streichliste einer um Profil, Exzellenz und Leitbild bemühten Universität wieder.

Es darf dabei nicht bloß darauf ankommen, Kommilitoninnen und Kommilitonen oder Entscheidungsträger beispielsweise davon zu überzeugen, warum eine Kulturhauptstadt Potsdam hervorragende Musikerinnen und Musiker braucht. Die Kritik darf dabei nicht stehen bleiben. Warum Hochschulen in ihrem historischen Entwicklungsprozess von einem diversivizierten Fächerkanon in zunehmendem Maß Abstand nehmen, sich einbilden, dass sie profilschärfende Leitbilder bräuchten und Studierende kaum ihre Module fertig studieren können, das alles hat Gründe, die penibel wissenschaftlich hinterfragt und bloßgestellt werden können.
Dass sich Studierende in ihrem Protest für den Erhalt ihres Studienfachs isoliert sowohl von der Position ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen als auch vom akademischen Entwicklungskontext sehen, macht allein deshal schon wenig Sinn, da sich ähnliche Entwicklungen auch in anderen Fachbereichen, wie der Soziologie, der VWL oder auch im Master Erziehungswissenschaft andeuten.

Nicht nur geben die Entwicklungen in der Musikwissenschaft für uns Studierende Anlass, im Rahmen der studentischen Vollversammlung am 12. Mai 2010 über eine Fortführung der Proteste im Sommersemester nachzudenken, sondern perspektivisch auch gezielte Problemlagen verschiedener einzelner Fachbereiche aufzugreifen und durch originelle fachübergreifende Aktionen inhaltlich zuzuspitzen.

Märkische Allgemeine Zeitung, 29.04.2010 – „Uni Potsdam berät über Immatrikulationsstopp für Musikwissenschaft“

Potsdamer Neueste Nachrichten, 29.04.2010 – „Studenten kämpfen für Musikwissenschaften“

Märkische Allgemeine Zeitung, 4.05.2010 – „Musikwissenschaft bleibt vorläufig offen“