Bildungshäppchen, 15. Februar 2010

Angesichts der gestrigen Räumung in der FU klingt die Meldung des Tagesspiegels über einen Erfolg für den Runden Tisch etwas merkwürdig. Die Entscheidung des Akademischen Senats (AS), über die hier berichtet wird, fiel allerdings schon letzten Mittwoch. Der AS „emfiehlt nachdrücklich“ folgende Änderungen:

[D]er Prüfungsumfang [soll] „auf das notwendige Maß“ beschränkt werden, Module, Lehr- und Lerneinheiten, die aus mehreren Veranstaltungsformen bestehen, sollen möglichst mit einer Prüfung abschließen, teilweise könnten sogar mehrere Module in einer Klausur zusammengefasst werden. Zudem müssten nicht alle Lehrveranstaltungen mit einer Prüfung und Benotung enden, um erfolgreich bestanden zu werden. Bei Klausuren, die Studierende unmittelbar nach dem Abschluss des Moduls antreten, soll ihnen ein Freiversuch gewährt werden. Und im Umfang von bis zu 30 Leistungspunkten sollen Studierende Module aus dem gesamten Lehrangebot der FU frei wählen dürfen.

Was davon allerdings in den beschlußfähigen Gremien tatsächlich verabschiedet wird, bleibt abzuwarten.

Im Akademischen Senat der Humboldt-Uni wurde Ähnliches beschlossen, doch auch hier gilt der Vorbehalt der Umsetzung:

An der HU beschloss der Akademische Senat, ein Gremium aus Lehrenden und Studierenden, dass bei der Überarbeitung der Studienordnungen überprüft werden soll, wo die Bachelor-Regelstudienzeit um zwei Semester angehoben werden kann. Das soll ermöglichen, auch mal fachfremde Seminare zu besuchen. Die Zahl der Arbeitsstunden, die notwendig ist, um einen Leistungspunkt zu erhalten, soll sinken.

Die taz fasst die Errungenschaften des bundesweiten Bildungsstreiks wie folgt zusammen:

Zwar haben sie weder Bachelor und Master abschaffen können noch die Garantie eines Masterplatzes für jeden Bachelor-Studenten durchgesetzt. Doch im großen wie auch im kleinen Rahmen gibt es Erfolge: Der Akkreditierungsrat, der über die Qualität der Studiengänge wacht, versprach Verbesserungen, Professoren schlossen sich den Forderungen der Studierenden an, an zahlreichen Unis wurde die umstrittene Anwesenheitskontrolle ausgesetzt.

Nebenbei produzierte das Ende der Besetzung an der FU produzierte auch noch ein paar bunte Schlagzeilen. So hat ein ehemaliger Besetzer aus Protest die Parteizentrale der Linkspartei kurzzeitig besetzt.