Bürgerliche Hysterien der „Grün-Alternativen Liste“

Über die Auslassungen der GAL zu den aktuellen Protestgeschehnissen im Parteiorgan „Galzette“ – eine einzelne Replik aus den Reihen der Aktivist_innen

Die Tatsache, dass man sich in der GAL von unkonventionellen Protestformen entfremdet hat, ist ja nun keinen besonderen publizistischen Aufschrei mehr wert. Da folgt man ganz dem Habitus der inzwischen 30 Jahre gewordenen Mutterpartei. Die alten Trampelpfade derer, die damals schon den Marsch durch die Institutionen pionierhaft beschritten haben, wollen ja von den heutigen hochschul- und landespolitisch Aktiven wie den Kommilitonen Jürgen Stelter oder Björn Ruberg beschritten werden. In die Fußstapfen auf dem Weg nach oben hinein in die Büros von Geschäftsfüherinnen, Abgeordnetenmitarbeitern und Mitarbeitern der Unileitung will getreten sein. Turnschuhprofil müssen diese Fußstapfen auch nicht mehr haben.

Causa Anwesenheitslisten
Vor dem Hintergrund gerät man kaum ins Staunen über den aktuellen Kommentar des ehemalige örtlichen Grünen-Landtagskandidaten Jürgen Stelter in der aktuellen „Galzette“ (zum download, pdf, 2,47 MB). Kann man doch eigentlich ganz amüsiert duchschmökern. Der Kommentar trägt den Titel „Feuer und Flamme für peinliche Symbolik“.

Über den Umgang mit geklauten Anwesenheitslisten wurde zwischen den Aktivist_innen, die sich Anfang Januar in den Foyer-Räumen zusammenfanden, offen und kontrovers diskutiert. Die Pluralität dieser Debatte zeigte sich dann auch darin, dass Positionen von Aktivist_innen zur Sprache kamen, die das Verbrennen von Listen und Dokumenten auf dem Campus durch Studierende als problematisch bis historisch unverantwortlich betrachteten. Daneben standen Argumente, die solche Dokumente als Zwangsinstrumente zur Durchsetzung von Anwesenheitskontrollen betrachteten und darin keine Literatur mit Subjektivitätscharakter und persönlich-intellektuellem Ausdruck sahen. Über die besondere Schutzwürdigkeit von Literatur und verschriftlichten persönlichen Gedanken bestand bei allen Aktivist_innen zu jeder Zeit Konsens. So einigte man sich schließlich auf den Aktenvernichter und der ursprüngliche Flyer-Entwurf wurde abgeändert.

Das Interessante daran: Während sich Vertreter_innen des AStAs wirbelwindartig und durchaus erfrischend in die Diskussion hineingestürzt haben, kam weder von Jürgen Stelter noch von einem anderen Mitglied der GAL in situ ein kritischer Betrag, und das obwohl auch Vertreter_innen dieser Gruppe die lebhafte Diskussion über den Bildungsstreik-Emailverteiler mitverfolgten. Der nachträgliche Vorwurf der „Geschichtsvergessenheit“ durch Stelter kommt also klumpfüßig daher, Stelter zog es vor, Wochen später sympathieerheischend noch einmal fix im eigenen Verlautbarungsorgan auf einen Diskurs aufzusatteln, der sich mittlerweile über diese Polemik schon längst hinausentwickelt hat. Es bleibt das Bild von einer politischen Hochschulgruppe, die zu allem zu spät kommt, aber immer früh dagewesen sein will.

Und auch sonst erkennt man im Stelter-Kommentar den eingeschliffenen journalistischen Stil einer Politiklogik, die dem des „politikkonsumierenden“ Wählers entspricht. Stelter hat diese Kommunikationskultur schon voll aufgesogen. Das geht dann soweit, dass man potenziellen Wählerinnen und Wählern Gefühle einredet, die sie gegenüber den Aktivist_innen gefälligst zu empfinden haben: „Fassungslosigkeit“, ein „flaues Gefühl im Magen“. Studierende lässt man in diesem Mechanismus nicht selbstbestimmt denken. Man denkt sogar inzwischen für sie mit. Die GAL macht das schon für euch.

Der Eckige Tisch
Weiter hebt die Galzette dann im Artikel „Krawall statt Dialog“ zu einer Außenansicht der Entwicklungen des Runden Tischs, der Audimax- und Foyer-Besetzung und den Ereignissen zum Neujahrsempfang der Universität an. Ist man als Leserin oder Leser nach dieser knackigen Überschrift vielleicht schon auf Berichte über marodierende Studi-Banden am Campus, glasflaschenwerfende Kommiliton_innen und Wasserwerfereinsätze vor Haus 9 gespannt, breitet sich im folgenden Text schwarz auf grün eher die vergleichsweise Nüchternheit der Potsdamer Campus-Protestkultur aus.
In der Darstellung der Entwicklung des Runden Tischs wird in der Galzette bewusst unterschlagen, dass die damaligen Besetzer_innen den Runden Tisch mit der Unileitung erst möglich gemacht haben, dieser aber nie als Verhandlungsort für deren politischen Forderungen aufgefasst wurde. An dem Runden Tisch nehmen deshab explizit keine VertreterInnen der Ex-Besetzung teil, sondern interessierte Studierende, die sich in einem uniweit beworbenen und allgemeinen studentischen Vorbereitungstreffen abstimmen und von
eben diesem themenbezogen eingeladen werden sollen.
Gar nicht erwähnt wird in der „Galzette“, dass der erste Termin am 7.1. zunächst von den studentischen Teilnehmern der Vorbereitungsrunde mit einiger Berechtigung deshalb abgesagt wurde, weil das professionelle Moderator_innenteam mangels eigener Vorbereitungszeit seine Teilnahme gekündigt hatte – obwohl eine Moderation Teil der Vereinbarung mit der Hochschulleitung war. Ohne eine professionell ausgearbeitete Diskussionsstruktur, die für ein balancierte und gleichberechtigte Gesprächsatmosphäre sorgt, war für uns ein Runder Tisch nicht zu machen. Warum, das sah man dann auf der dann kurzfristig dennoch einberufenen Sitzung am Freitag, die zu einer Unileitungs-Fragestunde verkam und auf der Sitzungsleiter Prof. Stölting kaum für eine faire Verständigungskultur sorgen konnte.
Das Universitätspräsidium, genauer der Büroleiter der Universitätspräsidentin, hatte zuvor den studentischen GAL-Senator Björn Ruberg ohne Mitwissen der Besetzer_innen telefonisch kontaktiert und einen exklusiven Runden Tisch angeregt. Wohl auch mit dem Kalkül, den Runden Tisch endlich parteipolitisch aufzuladen und die politisch-progressiven Aktiven wieder zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen. An der Verfeinerung der studentischen Forderungen während der Audimax-Besetzung war Ruberg und die gesamte GAL im Übrigen nicht beteiligt gewesen. Und wieder kam die GAL zu spät, freute sich aber, politische Lorbeeren einheimsen zu können.
Sachkundige Fachschaftsverter_innen wurden daraufhin von Björn Ruberg für den Runden Tisch handverlesen ausgesucht – mit einem giftspeihenden „du bist von mir nicht delegiert“ wurde abgekanzelt, wer dennoch seine Teilnahme an dieser Freitagssitzung ankündigte. Die politisch-freundschaftliche Nähe zwischen GAL-Senator Björn Ruberg und dem Vizepräsidenten der Universität Dr. Thomas Grünewald ist an der Universität kaum mehr ein offenes Geheimnis.

Die erste Sitzung am Freitag zum Thema „Qualität der Lehre und Lehrevaluation“, den 8.1. fand also dennoch statt, allerdings nicht unter dem Label „Runder Tisch“, sondern als lockerer Positionsaustausch, deren Inhalte nun am 22.01. erneut besprochen wurden.

Der heiße Neujahrsempfang, oder anders: „Was tun wenn es brennt?“ – Die Universität Potsdam auf dem Weg zur autoritären Präsidaluni
Die Zuspitzung des Protests auf die Hochschulleitung ist kein Zufall. Wird das Präsidium auf dem Neujahrsempfang von Aktivist_innen scharf kritisiert, mit welchem Grad an Sachlichkeit auch immer, trägt das der aktuellen Entwicklung von Hochschulen zu autoritären Präsidialuniversitäten Rechnung. Die zumindest bundesweite Umstrukturierung der Hochschullandschaft im Kontext des wettbewerbsbetonten Modernisierungsdiskurses erfordert eine starke zentrale Steuerungsinstanz auf universitärer Ebene. Nicht umsonst ziert die Profilbroschüre der Universität Potsdam – auf dem Neujahrsempfang rumgereicht – auf der ersten Seite ein hochprofessionell geschossenes Foto von Präsidentin Sabine Kunst vor barocker Architektur. Hochschulleitungen setzen in diesem Refeudalisierungsprozess Präsidialverfassungen durch und die auf allen möglichen Zukunftskonferenzen postulierte Hochschulautonomie gegenüber Landes- und Bundespolitik entpuppt sich bei näherem Hinsehen im inneruniversitären Rahmen als bloße Hochschulleitungsautonomie. Studentische Interessen, die Belange von Hausverwaltungsmitarbeiter_innen, Gebäudereiniger_innen oder wissenschaftlichem Personal sind dabei unliebsame Störfaktoren.
Nicht zuletzt aber aufgrund der empfundenen Ohnmacht angesichts dieser entdemokratisierenden Entwicklung an Hochschulen sind Aktionen zivilen Ungehorsams am Campus wie beispielsweise Hörsaal- oder auch Präsidiumsbesetzungen legitim. Da hat man in der Grün-alternativen Liste den Schuss noch nicht gehört. Und auch wenn man sich über die genaue Formwahl streiten kann und sollte, ist es in diesen Zeiten sukzessive eingeschränkter Mitbestimmung auch nachvollziehbar, dass Studierende vor diesem Hintergrund zu offiziellen Anlässen öffentlich die Fassung verlieren (Märkische Allgemeine Zeitung berichtete). Es war ja auch schlimm. Offen gesagt verwundert es, warum aus bei soviel Wehklagen aus der Dozierendenschaft noch niemand einen Feueralarm (hier im übertragenen Sinn) betätigt hat, wenn doch auch im Kollegium registriert wird, dass es an allen Ecken und Enden brennt. Um politische Veränderungen hin zu einer demokratischen Hochschule zu erreichen, dazu erscheint mir und anderen Aktivist_innen mittlerweile der repräsentativdemokratische Weg über die akademischen Gremien der Studierendenverwaltung allein erschöpft.

von Ben Titze, Teil des Campusprotests
mögen auch Mitstreiter_innen die Ideen teilen, möchte und kann ich mir nicht anmaßen, stellvertretend für eine fiktive Gruppe zu sprechen.


25 Antworten auf „Bürgerliche Hysterien der „Grün-Alternativen Liste““


  1. 1 Nadine 22. Januar 2010 um 16:01 Uhr

    Es macht (nicht nur) mich so traurig zu sehen, dass ihr in eurem Anti-Wahn gar nicht seht, dass ihr keine Unterstützung unter den Studierenden der Universität Potsdam mehr genießt.

    Die meisten sind genervt, fühlen sich von euch (!) in der Bildung gestört (wieso habt ihr am Dienstag eine Juravorlesung unterbrochen? Geht’s noch?) und wollen den radikalen Weg, den ihr eingeschlagen habt, nicht mittragen.

    Protest ist eine Sache, aber ein antikapitalistischen Guerillaaufstand gegen die Präsidentin als das fleischgewordene Böse? Lasst mal gut sein…

    Ihr präsentiert nicht die Studenten. Ihr präsentiert nicht die Unzufriedenen. Ihr präsentiert euch – einen Pulk von Menschen, die in eine destruktive Raserei verfallen ist.

    Macht mir, macht der Uni Potsdam einen Gefallen und hört auf damit. Ihr pestet gegen Kritiker statt darüber nachzudenken oder Kritik anzunehmen. Studenten gegen Studenten gegen das System? Glaubt ihr im Ernst, sowas bringt auch nur irgendwas? Ach, kommt schon…Ihr macht nicht nur euch lächerlich, sondern die ganze Uniprotestkultur. Und das ist echt nicht fair.

    Eine ehemalige Symphatisantin.

  2. 2 Tom 22. Januar 2010 um 19:58 Uhr

    Danke, Ben!

    Mir ist die Galzette auch schwer aufgestoßen.
    Aber wie sagte eins Jürgen zu mir: „Auch negativ Werbung ist gut!“

    Es gibt leider Menschen in der Welt, die sind allein.
    Das darf man nicht vergessen.
    Auch sie lieben wir.

    Symphatisant mit Leib und Seele.

  3. 3 Björn Ruberg 22. Januar 2010 um 20:25 Uhr

    Liebe Mitlesende,

    ein einziges Mal möchte ich mich zu diesem Artikel äußern. Ich denke, bereits der erste Absatz zeigt eindrücklich das ganze Wesen dieses Textes. Es geht gar nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um den Verriss anderer – in diesem Fall z.B. meiner Person als Studierendenvertreter, der nicht pflichtschuldig zu allem „ja“ sagt, was hier läuft.
    Dass es sich um eine verzerrte Darstellung handelt und die Wahrheit äußerst weit dehnt, springt vermutlich ins Auge. Ich spare mir die Zeit, dem allen im einzelnen zu widersprechen.

    Die Wahrheit ist eben eins der größten Probleme hier. Auf Twitter steht zum Beispiel folgendes: „studentischer GAL-Senator distanziert sich v. Besetzung&entpuppt sich als Kronzeuge des Uni-Vizepräsis“
    Damit bin ja wiederum ich gemeint. Beides bezieht sich wohl auf die Senatssitzung am Donnerstag. Ich habe dort zu den Geschehnissen am Montag auf dem Neujahrsempfang und der Präsidiums-Blockade Stellung genommen. Ich habe erklärt, dass ich finde, dass der AStA grundsätzlich auf dem Neujahrsempfang sprechen dürfen sollte, entsprechend stoße ich mich an seiner Mikroergreifung nicht an. Alles was darauf folgte, lehne ich ab, weil es weder zielführend noch gerechtfertigt war.
    Von diesen Aktionen habe ich mich distanziert, das ist meine Meinung. Wenn hier jetzt steht, dass ich mich von der Besetzung distanziert hätte, dann ist das schlicht gelogen. So etwas habe ich nicht gesagt. Ähnliches kann ich auch zu dem Artikel da oben sagen.

    Die Wahrheit ist auch der kritische Punkt, wo es wohl um mein „Kronzeugen“-Dasein geht. Die Besetzer behaupten in Pressemitteilungen, die Uni-Leitung hätte das Angebot für die freiwillige Übergabe der Audimax-Foyerräume bei Räumung des Audimax vor Weihnachten erst am 20.12. per Fax gemacht. Die Uni-Leitung sagt, sie habe es schon am 17.12. gemacht – und ich kann sagen, das stimmt! Ich saß verdammt nochmal dabei, als Vize-Präsident Grünewald das am 17.12. zwei Vertretern der Besetzer und einem des AStAs so mitgeteilt hat. Und die Erklärungsversuche eines Anwesenden „ich habe das nicht so verstanden“ kann ich nur so kommentieren: Ich habe es ganz eindeutig verstanden. So habe ich das auch im Senat gesagt. Ich halte mich ganz einfach an die Wahrheit – und bei sonstigem Affentheater mache ich nicht mit. Wenn man sich streitet – und ja, Studierende und Uni-Leitung streiten sich durchaus – dann muss man trotzdem gewisse Grundregeln einhalten. Und das tun die Protestler derzeit an vielen Punkten nicht.

    Liebe Aktivisten, von mir und meiner Liste wurde schon immer angemahnt, dass der Einsatz für mehr Bildung mehr Breite braucht. Die erreicht man nicht indem man schimpft „Ey, schließ dich mir doch an und mecker nicht!“, sondern indem man sich entsprechend verhält. Die letzten Aktivitäten sind jedenfalls nicht dazu geeignet, irgendwie Breite zu erreichen. Ein Zusammenschluss mit der Hochschulleitung ist bei eurem Verhalten ausgeschlossen – und jetzt beginnt ihr sogar noch, gegen Studierende zu hetzen? Was soll bitte noch breit sein, wenn ihr schon gegen Kommilitonen vorgeht, weil deren Meinung euch nicht gefällt? Gratulation. Wenn hier über die bürgerlichen Grünen geschimpft wird – wie kann man dann noch glauben, dass dieser Protest mehr ist als die Systembekämpfung eines kleinen Haufens vom linken Rand? Ich weiß, dass er mal mehr war – betone aber das „war“, denn mittlerweile sehe ich es nicht mehr.

    Genauso wenig sehe ich hier noch wirkliche Inhalte – sondern vor allem persönliche Hetze und Beleidigungen. Erst war die Uni-Leitung dran, mittlerweile auch ich. Was bin ich alles? Ein „Spalter“, ein „Verräter“ – da ist der Begriff „Kronzeuge“ ja noch charmant gegen frühere Bezeichnungen. Und bestimmt wird mir noch irgendwann vorgeworfen, ein bezahlter Lakai der Uni-Leitung zu sein. Vielen Dank dafür – und das ganze weil ich die Uni-Leitung nicht mit Mitteln unter der Gürtellinie bekämpfe. Ich pflege ein freundschaftliches Verhältnis zum Vize-Präsidenten? Wusste ich selbst noch gar nicht – fände ich aber auch nicht anstößig. Wahr ist: die Kommunikation klappt und wir können miteinander arbeiten. Statt mir deswegen Vorwürfe zu machen, könnte man auch feststellen, dass das den studentischen Interessen mit Sicherheit eher nützt als schadet.

    Ich schreibe auch explizit nur diesen einen Beitrag, für alle die mal eine andere Sicht lesen wollen. Erfahrungsgemäß stürzt sich jetzt eine Horde von Agitatoren auf mich, lässt wilde Unterstellungen und Beschimpfungen ab. Alles nicht wahr – und ich habe keine Lust mich hier weiter beleididgen zu lassen. Wir hier mit anderen Meinungen umgegangen wird, durften andere Online-Kommentatoren und Plenumsbesucher ja auch schon schmerzvoll erfahren. Das einstündige Björn-Bashing im StuPa war mir genug – und irgendjemand hatte ja schon Spaß mir die Luft aus dem Fahrradreifen zu lassen. Der Kindergarten ist wohl nicht lange her.

    Allen die sich von diesen Umgangsformen abwenden sei gesagt – es gibt immer noch vernünftige Studierendenvertreter, die sich für unsere Interessen einsetzen. Nicht so öffentlichkeitswirksam, aber konstruktiv. Dafür stehe ich ein, dafür steht meine Hochschulgruppe ein – und wer außerhalb dieses Kreises sich für studentische Interessen einsetzen möchte, ist herzlich zu uns eingeladen.

    Beste Grüße,

    Björn Ruberg
    Studentisches Senatsmitglied

  4. 4 Tom 22. Januar 2010 um 21:32 Uhr

    Dafür stehe ich mit meinem Namen – wählt mich!

    Thomas Ebermann

  5. 5 Jakob Weissinger 22. Januar 2010 um 22:58 Uhr

    Hallo liebe Leute

    Zu Ben´s Text möchte ich gar nichts groß sagen, ich denke an Hand der auf verschiedenen Kanälen kommunizierten unterschiedlichen Sichtweisen sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden können und ich will da niemandem reinreden.

    Nur zwei kurze Sachen: ebenso wie mir die persönliche Verleumdung von Björn, Jürgen und der gesamten GAL extrem aufstößt, finde ich es auch hochproblematisch, dass in der Antwort von Björn am Ende eine so krass offensive Eigenwerbung für unsere Liste praktiziert wird.

    Jeder sollte für sich selbst entscheiden können, wie er sich für die studentischen Interessen einsetzt, und welche Methoden dafür bevorzugt werden. Ich denke, das kann auch jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich bei Besetzer_innen, GAL, FAchschaft oder wo auch immer besser aufgehoben fühlt.

    Am Ende steht mal wieder der ausgelutschte, aber immer noch richtige Appell: Egal, WO und WIE ihr euch an der Uni engagiert, tut es! Niemals wird jedem alles so passen, wie ihr es macht, aber ohne Engagement tut sich nichts.

    (sorry für den pathetischen Kram am schluss… ich hasse so Moralapostel-scheisse eigentlich.)

    viele Grüße

    Jakob Weissinger

  6. 6 Björn Ruberg 22. Januar 2010 um 23:47 Uhr

    Da breche ich einmal die versprochene Funkstille zur notwendigen Klarstellung. Jakob hat natürlich völlig Recht. Mir geht es vor allem darum, dass niemand der sich engagieren will, aber dem die hier von einigen Leuten betriebene Art der „Politik“ nicht mehr gefällt, glaubt es gäbe keine Alternativen. Natürlich gibt es an der Uni viele Möglichkeiten sich konstruktiv einzubringen – in manchen Gremien können die Studierenden die bereits bestehenden studentischen Mitbestimmungsrechte aus Personalmangel nicht ausnutzen. Wer sich dort einbringen will, ist immer gern gesehen. Ich wollte nur festhalten: Es gibt auch andere gute Möglichkeiten sich einzubringen.

  7. 7 Galle 22. Januar 2010 um 23:50 Uhr

    Hallo Mitmenschen, ihr habt ja recht, Stelter und Ruberg sind Antipathen und mittlerweile das triftigste Argument, nicht mit der GAL zusammenzuarbeiten. Das ist alles schlimm und der Kommentar zur Listenvernichtung ist künstliches Skandalisieren. In der SchülerInnenvertretung war und ist es gute Tradition, Zeugnisse zu verbrennen. Ihr solltet aber durchaus mal auf ein paar Kommentare hören. Denn tatsächlich ist euer Rückhalt in der Studierendenschaft miserabel. Das hängt nicht nur mit Bachelor, Workload und Co. zusammen, auch nicht mit irgendwelcher Gehirnwäsche durch den Kapitalismus. Ihr habt einfach ein kulturelles Problem. Mit euren Diskussionsrunden über vegane Ernährung und ähnliche Geschichtchen, stoßt ihr die große Mehrheit ab. Euer Anliegen (unser aller Anliegen!) ist richtig und sicherlich auch mehrheitskonform, aber wer möchte sich heute schon auf den Boden in einen Kreis setzen, voller Dreadlocks-TrägerInnen und stundenlange Plena nach dem Muster uraltlinker Rituale der 70er und 80er Jahre? (Wir stimmen ab ob wir abstimmen) Wer nimmt euch noch ernst, wenn ihr Gesprächsrunden sausen lasst, da ihr irgendein Problem mit einer Moderation habt. Wer nimmt eure Forderungen ernst, die so klingen, als seien sie von einem Erstsemester im Pädagogik-Studium geschrieben, der ganz begeistert seine gerade erworbenen Kenntnisse über Didaktik-Methoden in einem Forderungspapier niedergeschrieben haben möchte. Ihr seid gerade auf dem bestem Wege ins Sektierertum. Das ist schade. Der Bildungsstreik ist nämlich wichtig. Da kann man [$Kraftausdruck zensiert, Anm. d. Mod.] wie Stelter und Ruberg auch mal links bzw. rechts liegen lassen. Also nehmt bitte Kritik ernst, viele von uns sind euch alles andere als feindlich gesonnen.

    //Kraftausdrück und andere Beleidigungen haben auf dieser Seite nichts verloren. Ich hoffe, dass dies in Zukunft beim Moderieren der Kommentare beachtet wird. Eingelogte NutzerInnen/Admins können Kommentare auch nachträglich ändern/kürzen/entfernen, wenn nötig. So wie ich gerade. arne, 24.01.2010 13:46 //

  8. 8 Sebastian 23. Januar 2010 um 0:58 Uhr

    Ich fände es schade, wenn der Blog zu einer Schlammschlacht zwischen hochschulpolitischen Gruppen verkommen würde. Ebenso sind Kleinkriege zwischen Einzelpersonen nicht wirklich förderlich.
    Auch wenn die Anzahl der Kommentare (und auch der Kommentator_innen) in letzter Zeit zugenommen hat, was sicherlich erstmal gut ist, hat die Qualität der Diskussion teilweise stark abgenommen. Sprich, es bewegt sich auf der Ebene persönlicher Beleidigungen.
    Kraftausdrücke werden übrigens auch nicht besser, nur weil man einzelne Buchstaben durch Sternchen ersetzt, aber immer noch jeder Mensch mit etwas Verstand sieht, was gemeint ist.

    Natürlich möchte ich niemandem vorschreiben, wie er oder sie sich auszudrücken hat. Aber meine Aktivität hier wird eher abnehmen, wenn es so weitergeht.

  9. 9 Mathia Kern 23. Januar 2010 um 13:27 Uhr

    Lieber Björn, lieber Ben, liebe Mitlesende

    ich denke eine Schlammschlacht, und es ist jetzt müssig von wem sie begonnen wurde, den Beiträgen im politischen Verlautbarungsorgan der GAL oder in dieser Replik, hilft uns als Studierende nicht weiter.

    Björn arbeitet mit mir, als Einzelpersonen, nicht als GALianer oder Juso, was wir beide in anderen Kontexten auch sind, und vielen anderen wunderbaren Menschen am Runden Tisch mit, der letztlich erst durch das Engagement der Besetzenden geschaffen wurde. Dieser entwickelt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zumindest als potentiell problemlösende/-verringernde Einrichtung.

    Zu den anfänglichen Schwierigkeiten des „Runden Tisches“:

    Björn meinte er müsse den Runden Tisch auf Bitte der Unileitung, mit einer von ihm als Senatsvertreter zusammengestellten parallelen „Delegation“ „retten“. Das Bestreben war ehrenwert, aber meiner Ansicht nach unnötig (Studentische VertreterInnen wären auch ohne sein Zutun gekommen, um die Dialogbereitschaft der Studierenden deutlich zu machen und der Bereitschaft der berufenen Experten Rechnung zu tragen). Zugleich war Björns Vorgehen auf Bitte der Unileitung zugleich leider auch ein „In-den-Rücken-Fallen“ seiner Mitstudierenden, die auf dem allgemeinen und offenen Vorbereitungstreffen des Runden Tisches entschieden hatten, den Gedanken des Runden Tisches ernst zu nehmen und nur gut vorbereitet nur mit Moderation in den „Runden Tisch“ zu starten. Für die Studierenden (außer Björn Ruberg und evtl. seinen GAL-Abgesandten) war das Zusammentreffen am 8.1.2010 daher explizit auch kein „Runder Tisch“, sondern ein erstes sachliches Dialogtreffen. Es konnte durch die studentische Teilnahme an diesem sichergestellt werden, dass nochmals über dieses Thema am richtigen Runden Tisch gesprochen werden konnte (dies ist gestern geschehen) und nun alle interessierten Studierenden und nicht nur persönlich von Björn Ruberg ausgewählte Akteure, daran teilnehmen können.

    Problematisch zur Durchsetzung studentischer Interessen war bei dem alternativen „Nominierungsprozess der grün-alternativen Paralleldeledation zum Runden Tisch“ auch das Ergebnis des Auswahlprozesses:

    Bis auf eine sehr kompetente nicht GAL-gebundene Fachschaftsvertreterin, waren alle Abgesandten auch Mitglieder der grünen Hochschulgruppe, wobei sich diese von Björn auch nicht ausreichend informiert sah (man sollte sich 1 Stunde vor dem von der Unileitung angesetzen „Runden Tisch“ über das Vorgehen und die inhaltlichen Ziele verständigen).

    Dieses Vorgehen und andere Erlebnisse, wie die von Björn oben angesprochene Besprechung zwischen Abgesandten der Besetzung (nicht des AStAs, wie Björn unterstellt) und der Unileitung am 17.12.2009, führen wohl jetzt zur Kritik an seinem Verhalten und wohl letztlich auch zur Kritik von Ben Titze an Björns Verhalten.

    Björn als politischer Kronzeuge der Unileitung?

    Die Frage, ob Björn als „politischer Kronzeuge“ der Unileitung zu sehen ist, finde ich ebenfalls müssig. Zur Erklärung, wie man darauf kommen könnte:

    Er wurde am 17.12.2009 kurzfristig vom Vizepräsidenten der Universität Potsdam zum Arbeitsgespräch zwischen Besetzenden und Unileitung berufen, war also als studentischer Vertreter der Hochschulleitung am Gespräch beteiligt, ich als Abgesandter der BesetzerInnen, ohne selbst an der aktiven Besetzung tellgenommen zu haben.

    Es wurde von Grünewald tatsächlich ein terminiertes, schriftlich fixiertes Angebot an die Besetzenden des Audimax gemacht, aber mit dem Zusatz der „Ideallöung“. Björn Ruberg und die anderen VertreterInnen der Unileitung am Gespräch haben die Interpretation, dass dieses Wort in einem anderen Zusammenhang benannt wurde, ohne klar gemacht zu haben, welcher andere Kontext das überhaupt gewesen sein sollte. Die anderen Beteiligten halten dagegen, dass „Ideallösung“ gerade im Zusammenhang mit dem Angebot der Unileitung geäußert wurde.

    Richtig ist, dass der Begriff gleich mehrmals von Herrn Grünewald wiederholt wurde und es daher zu Mißverständnissen kommen konnte. Dazu es kam letztlich leider auch, so dass bei den Besetzenden der finale Ultimatumscharakter erst sehr spät per Fax über den AStA angekommen ist. Dieses Mißverständnis wurde bei der letzten Senatssitzung noch mal thematisiert, bei dem Ruberg nochmals Position für die Unileitung ergriff. Ob man das jetzt als Akt eines „politischen Kronzeugen“ wertet oder nicht, hilft uns aber nicht weiter und ist daher müssig.

    Ich fordere Herrn Ruberg lediglich dazu auf, es zu unterlassen, seine Interpretation als die einzig Richtige und alle anderen beteiligten Studierenden als blöd oder taktisch kalkulierend hinzustellen sowie eventuell auch mal die Unileitung, auch wenn sie in seinem hierarchischen Verständnis höher gestellt sein sollte, kritisch zu beleuchten.

    Mein Wunsch zum weiteren Vorgehen:

    Lasst uns als Studierende den Fokus wieder mehr auf die Lösung der bestehenden Probleme legen und lasst uns das, in welchem Kontext auch immer, als studentische Senatoren, als Mitglieder von politischen Hochschulgruppen, Fachschaftsvertretern am Runden Tisch oder halt als AktivistInnen bei kreativen Protestformen (und es gibt noch viele andere Formen), konstruktiv, gerne auch kritisch tun.

    Alles andere ist eine unnötige Schlammschlacht und hilft uns sowie unseren jeweiligen Zielen nicht weiter! Jede/r soll die Form finden, mit der er/sie glaubt, dies am besten erreichen zu können. Lasst uns dabei bitte Unterschiede und auch Fehler akzeptieren. Wir alle, ob nun Ex-BesetzerInnen, Unileitung oder engagierte Einzelpersonen sind Menschen, die fehlbar sind.

    Glück auf,

    Mathias Kern
    Mensch, Einzelperson, Juso, mandatslos, …

  10. 10 simon 24. Januar 2010 um 12:50 Uhr

    Hallo alle

    Ich finde die Diskussion ja ganz interessant. Aber es wurde ja auch immer gesagt man solle von persönlichen Angriffen etc absehen.
    Das ghet mir hier in einem Punkt zu weit, wenn ich lese: „Da kann man A*******ö*****r wie Stelter und Ruberg auch mal links bzw. rechts liegen lassen“.

    wie siehts da mit der moderation aus? wird dort nicht appelliert, sowaszu lassen?

    grüße

    Simon

  11. 11 Martin 25. Januar 2010 um 12:00 Uhr

    Hi Leute,

    es stimmt mich etwas traurig, dass die angeregten Diskussionen jetzt an der Verbohrtheit der studentischen Beteiligten untereinander eine völlig andere Fokussierung bekommen als es gedacht war. Um es ehrlich zu sagen, ich war von Anfang an kein Unterstützer der Besetzung, konnte mich aber mit den Zielen der aufgestellten Forderungen identifizieren. Die Rückmeldungen, die ich aus meiner Fachschaft habe, die immerhin die dritt- oder viertgrößte der UP ist, geht es sehr vielen Studenten genauso. Mit dem Ende der Besetzung und der Einrichtung des Runden Tisches gab es für mich persönlich wieder Aussicht, dass die Forderungen auch wirklich ernst genommen werden. Nicht nur von der Politik und der Unileitung sondern auch von der Studierendenschaft. Diese Hoffnung wurde allerdings durch die zurückliegenden Ereignisse…namentlich die Störung des Neujahrsempfangs und der UniContact-Messe, sowie die aktuelle gegenseitige Diffamierung. Vor allem die Dikussion ob hier nun irgendwer gut mit der Unileitung zusammenarbeit und nicht sofort eine Konfrontationsatmosphäre herbeiführt ist einfach nur zum Heulen.
    Um mal einen Begriff zu benutzen, der wahrscheinlich schon überstrapaziert ist, aber er liegt mir am Herzen. Die sogenannte Corporate Identity ist für mich das, was wir anstreben müssen. Die Welt ist nicht aufgeteilt in Gute und Böse…Unileitung und Studierende. Ich bin der Meinung, dass wir nur in wirklich konsktruktivem Dialog, d.h. auch die Willensbekundung der Studierenden hart an dem Prozess zu arbeiten und nicht nur stupide Forderungen auftstellen und deren uneingeschränkte Umsetzung fordern. Das ist wahrscheinlich von mir ziemlich einseitig gezeichnet, aber nach meinem Eindruck ist das das was ankommt bei den Studierenden, auch bei denen, die in der Studentischen Selbstverwaltung aktiv sind. In meiner Arbeit im Institut für Biologie und Biochemie habe ich erfahren, welchen Einfluss Studierenden gewinnen können, wenn man dialogbereit ist und zeigt dass partnerschaftlich arbeiten kann. Inzwischen sind die Studierenden in allen Kommissionen des Institutes gleichberechtigte Partner. Wie man das auf die gesamte UP übertragen kann ist sicherlich eine Frage, die schwierig zu beantworten ist und welche sicherlich wieder politisch aufgeladen werden kann…egal ob grün oder dunkelrot oder jeglicher anderen parteienplotischen Farbe. Es sollte dabei allerdings nicht das gemeinsame Ziel, etwas Besseres für die Studierenden der UP zu erreichen, aus den Augen verloren werden. Allerdings passiert genau das mit der aktuellen Selbstzerfleischung und den Störaktionen radikalerer Gruppen, denn so zeigt man nicht, dass man ein gleichberechtigter Partber sein kann bzw. überhaupt sein möchte.

    Mit besten Grüßen

    Martin Friemel!

  12. 12 Peter 26. Januar 2010 um 9:58 Uhr

    Hi,

    die Verbindung zwischen GAL und Universitätsleitung scheint ja wirklich sehr eng zu sein, habe heute über die Uni-list eine Einladung zu einer – zugegebenermaßen interessanten – Veranstaltung der GAL bekommen. Das geht doch von den Moderationsregeln doch eigentlich gar nicht, oder? Hat da die Unileitung ein Auge zugedrückt oder dürfen das andere Hochschulgruppen auch?

    Die GAL scheint ja bei all den Ausführungen hier und den anderen Indizien der verlängerte Arm der Unileitung zu sein?! Arbeitet da einer von den „GAL-Größen“ vielleicht auch noch im Präsidium? Das würde dem Ganzen ja noch die Krone aufsetzen!

    Mfg,

    Peter

  13. 13 Hans 26. Januar 2010 um 11:26 Uhr

    Peter, du hast da einen echten Skandal aufgedeckt!

    Mir ist gerade aufgefallen, dass ich sehr viele Mails von den Audimax-Besetzern über die selbe Liste bekommen habe. Die stecken also auch unter einer Decke mit dieser finsteren Herrscherin in Haus 9! Gruselig.

  14. 14 Andreas 26. Januar 2010 um 12:31 Uhr

    Da die „Audimax-Besetzer“ nicht als Gruppe zu den Wahlen antreten stellt das auch kein Problem dar.

    Was die Unileitung hier skandalöserweise betreibt ist Parteinahme zugunsten einer im Wettbewerb stehenden politischen Gruppierung.

  15. 15 Maren 26. Januar 2010 um 13:03 Uhr

    GAL und Unileitung agieren halt nach dem Motto:

    Die eine Hand wäscht die andere …

    Nachdem dieser ominöse Björn Ruberg der Unileitung mehrere Gefallen getan hat, tut sie ihm halt jetzt einen Gefallen (die uni-list-Mail habe ich ja auch von ihm bekommen)…

    der Nachwuchspolitiker übt sich halt früh ;-)

    Ätzend, ich könnt kotzen!

  16. 16 Sebastian 26. Januar 2010 um 15:49 Uhr

    @Hans: Das finde aber interessant, dass Du „sehr viele Mails von den Audimax-Besetzern“ über die uni-list bekommen hast. Scheinbar bist Du in einer anderen uni-list als ich.

    Die Audimax-Besetzenden hatten nämlich genau das Problem, dass ihre Mails im allgemeinen NICHT über die uni-list verschickt wurden (ob sie es regelmäßig probiert haben, weiß ich nicht). Stattdessen hat die Unileitung mehrfach Mails zur Besetzung (aber aus ihrer Sicht) an sämtliche Uniangehörigen verschickt, auf die die Besetzenden dann nicht antworten konnten (jedenfalls nicht auf dem gleichen Kanal).
    Soweit ich es mitbekommen habe, war selbst die student-list ziemlich tabu.

    Insofern finde ich es schon interessant, wenn jetzt über die uni-list (also an sämtliche Uniangehörigen) eine Veranstaltung einer bestimmten hochschulpolitischen Gruppe beworben wird.

  17. 17 Robert 26. Januar 2010 um 16:43 Uhr

    Zwei Sachen,

    Zum einem warum sag ich eigentlich seit über 2 Monaten, was jetzt endlich auch ein paar Stupa Mitglieder raffen? Ihr habt nicht den Rückhalt, den ihr euch einbildet. Ich finde gut, dass ihr inzwischen die Mitstudenten so stark verärgert dass sie schon über das euch ignorieren hinaus sind und sich die Mühe machen etwas zu schreiben. Ihr seid wirklich euer bester Gegner, da braucht ihr gar keine Unileitung, GAL oder wen auch immer um die Studenten gegen euch und euch selber untereinander aufzubringen. Sehr lustig, aber leider seit langen vorhersehbar.

    Zweitens finde ich es sehr gut, dass ihr die Uniliste nicht benutzen dürft, der kann man sich nicht entziehen. Ihr habt eine eigene Liste, da kann jeder freiwillig rein. Wenn es nach mir ginge, sollte auch der Asta eine eigene Liste aufsetzen aus der man austreten kann ohne auch auf der Uniliste gestrichen zu werden.

    Grüße und danke fürs selbst zerfleischen.
    Robert

  18. 18 Ben 26. Januar 2010 um 18:11 Uhr

    Zu den gerne gesehenen kritischen Kommentaren über das Standing des Bildungsprotestes möchte ich ein paar Worte verlieren.

    1. Die Erfrischung der Juravorlesung am besagten Dienstag der Karrieremesse und der Karrieremesse selbst durch eine politische Aktion, die die Warenförmigkeit von wissenschaftlicher Ausbildung aufzeigen sollte, hatte den schönen Effekt, dass wir ein bzw. zwei neue Mitstreiter_innen aus der Vorlesung gewinnen konnten und außerdem im Anschluss unsere Inhalte kurz andiskutiert wurden. Wir werden auch weiterhin Vorlesungen, Seminare und andere Lehrveranstaltungen aufmuntern, wo es und politisch geboten und klug begründet erscheint. Auch sehe ich nicht ein – und viele werden das wahrscheinlich so teilen, warum in Zukunft offizielle Universitätsveranstaltungen wie die unicontact-Messe nicht konsequent durch gemeinsame politische Aktion mit einem sichtbaren Gegenstandpunkt versehen werden sollen. Wir werden das einfach tun. Ich meine, was ist denn los mit uns? Haben wir uns damit abgefunden, dass solche Veranstaltungen unkommentiert stehenzubleiben haben? Es ist noch nie vorgekommen, dass Kommiliton_innen durch solche Aktionsformen vom Lernen abgehalten wurden, im Gegenteil sie eröffnen Möglichkeiten zur Reflexion der eigenen Position als Studierende_r in der Gesellschaft.

    2. Wir vertreten in der Tat keine Menschen. Das können wir gar nicht, jede und jede kann und soll für sich sprechen dürfen.
    Wir vertreten keine Studierenden, die selbst genug Intellekt und Kritikfähigkeit haben, ihre eigene Meinung zu sagen.
    Wir kämpfen nicht für Kommiliton_innen, denen wir eigene und selbstbestimmte Aktionsbereitschaft zutrauen.
    Alles andere wäre Anmaßung. Nichts privilegiert die Aktiven im Bildungsstreik oder die damaligen Audimax-Besetzer_innen, dass sie sich über ihre Kommiliton_innen erheben dürften und irgendein Vertretungsmandat einzunehmen imstande wären. Und auch wenn 19.000 Studierende dieser Universität danach schreien, von usn vertreten werden wollen, werden wir es nicht tun. Weil wir es nicht können.
    Die Abstimmung über die politischen Foderungen des Bildungsstreiks in studentischen Vollversammlungen ist etwas anderes. Hier werden keine Mandate auf Personen übertragen.

    3. Die Fokussierung der hochschulbezogenen Kritik auf die Hochschulleitung (als das „fleischgewordene Böse“, um die Formulierung mal aufzunehmen)lässt sich durchaus begründen. Das folgt aus der Sache selbst heraus, wie Universitäten sich umstrukturieren, Mitbestimmungsmöglichkeiten beschneiden, Entscheidungsbefugnisse zentalisieren. Ein größer werdender Kreis von Theoretiker_innen befasst sich für die deutsche Hochschullandschaft mitlerweile mit diesem Thema, darunter Jens Wernicke, Alex Demirovic, um nur mal ein paar Namen zu nennen.

    4. Wir haben kein kulturelles Problem.
    Zuallererst: Wenn Dreadlockfrisuren oder vegane Ernährungsgewohnheiten der Aktivist_innen für Außenstehende zu abschreckend sind, als dass man sich zur Diskussion und Ausarbeitung von Lösungsmöglichkeiten mit ihnen zusammensetzen wollte, frage ich mich ob man nicht vielleicht ein Luxusproblem hat. Wenn Anfang des nächsten Semesters die Seminare wieder überquellen, Professor_innen munter weiter Anwesenheitslisten benutzen (was sie auch nach dem kürzlichen Senatbeschluss dürfen) und festgestellt wird, dass die KMK-Beschlüsse Schüsse in den Ofen waren, spätestens dann werden Studierende gemeinsam – frisurenübergreifend – die Köpfe zusammenstecken müssen. Oder will man dann wieder sagen, euer 68er-Habitus passt mir nicht, mit euch spiel ich nicht. Ist dafür nicht die Sache zu wichtig?
    Und hat man den Eindruck, der Forderungskatalog sei in Bezug auf stilistische Form und Argumentation von Pädagogik-Erstsemestern verfasst worden, dann liegt das daran, dass man selbst daran nicht mitgewirkt hat. Warum sollte man als Mensch, der gute Texte schreiben kann, nicht mitmachen?
    Dann würde ich zweitens vermuten, ist ein Großteil dieses Außeneindrucks von unbegründeten Vorbehalten geprägt. So wird beispielsweise in der Plenumskultur der Besetzenden überhaupt nicht abgestimmt, sondern es werden fortlaufend Meinungsbilder erhoben. Das hat den Vorteil, dass alle mitgenommen werden können, prozesshaft diskutiert und die Kreativität der Diskussionsteilnehmer_innen für konsensfähige Lösungen angeregt wird. Eine solche Debattenkultur ist völlig neu, hat sich selbst herausgebildet und viel belastbarer als die „Rituale der 70er“.

    5. Warum der Vorbereitungskreis für den Runden Tisch (der explizit nicht aus Besetzer_innen bestand und besteht, das wurde auch im Text schon geschrieben) die erste Sitzung des Runden Tischs abgesagt hat und warum eine Moderation Voraussetzung für einen fairen Gesprächsverlauf ist, dazu wurde im Text ja schon einiges gesagt. Es nützt nichts, mit Partner_innen zu diskutieren, wenn keine Waffengleichheit besteht.

    6. Es gibt kein einheitliches „IHR“. Mein Beitrag steht nicht für die Meinung aller Besetzer_innen, das wird sowohl am Anfang als auch am Ende ausdrücklich erwähnt. Die Tatsache, dass er dennoch auf diesem Blog steht, liegt daran, dass der Bildungsstreik bereits seit seinem Bestehen im Sommer eine Open-Space-Ausrichtung hat und eine gemeinsame Protestplattform zur Verfügung stellen will. Deshalb werden auf diesem Blog auch weitere individuell verfasste Beiträge folgen.

  19. 19 Robert 26. Januar 2010 um 18:52 Uhr

    „Wir werden auch weiterhin Vorlesungen, Seminare und andere Lehrveranstaltungen aufmuntern, wo es und politisch geboten und klug begründet erscheint.“

    Man benennt eine Störung von Mitstudenten um und lobt sich dann noch mal selber als besonders klug und schon ist es okay, dass man gegen die eigenen Leute vorgeht. Also muss man in Zukunft Eier mit zu Uni nehmen um euch, sofern es einen als geboten erscheint, etwas aufzumuntern indem man euch verziert oder wohin soll dieser Konfrontationskurs mit anderen Studenten führen?

    „Wir werden das einfach tun. Ich meine, was ist denn los mit uns? Haben wir uns damit abgefunden, dass solche Veranstaltungen unkommentiert stehenzubleiben haben? Es ist noch nie vorgekommen, dass Kommiliton_innen durch solche Aktionsformen vom Lernen abgehalten wurden, im Gegenteil sie eröffnen Möglichkeiten zur Reflexion der eigenen Position als Studierende_r in der Gesellschaft.“

    Doch ist es, die Leute in der Juro Vorlesung wurden von euch gestört. Durch den Feueralarm wurde ein Seminar von mir abgebrochen, zwei von euch haben 20 Minuten das Lernen in einer Vorlesung gestört. Also lüg nicht, dass eure Aktionen (und ich differenziere nicht da bei der Einkaufwagenaktion Leute beteiligt waren, die auch am Feueralarm beteiligt waren und an der Störung der Vorlesung bei Dunn) nicht vom Lernen abhalten. Ihr haltet andere Studenten vom Lernen ab und diese können sich kaum wehren, außer sie würden auf euer Niveau sinken und radikal gegen euch vorgehen.

    „2. Wir vertreten in der Tat keine Menschen. Jede und jede kann und soll für sich sprechen dürfen.
    Wir vertreten keine Studierenden, die selbst genug Intellekt und Kritikfähigkeit haben, ihre eigene Meinung zu sagen.
    Wir kämpfen nicht für Kommiliton_innen, denen wir eigene und selbstbestimmte Aktionsbereitschaft zutrauen.“

    Da bin ich ja froh, dass ihr ungefragt niemand vertretet. Ich hätte es deiner durch Eigenlob und Überlegenheitsgefühl zugetraut, dass du auch für euch in Anspruch nimmst andere gegen ihren Willen zu vertreten, wenn du sich schon gegen ihren Willen störst.

    „Und auch wenn 19.000 Studierende dieser Universität danach schreien, von usn vertreten werden wollen, werden wir es nicht tun. Weil wir es nicht können.“

    Keine Angst, auch wenn du das gerne hättest, das werden sie nicht tun und ihr sorgt dafür dass es immer weniger werden.

    „3. Die Fokussierung der hochschulbezogenen Kritik auf die Hochschulleitung (als das „fleischgewordene Böse“, um die Formulierung mal aufzunehmen)lässt sich durchaus begründen.“

    „Lässt sich durchaus begründen“, ich glaube du solltest dich nochmal mit dem „bösen“ auf dieser Welt beschäftigen, bevor du euren kleinen mini Konflikt auf solch eine Ebene hebst.

    „Das folgt aus der Sache selbst heraus, wie Universitäten sich umstrukturieren, Mitbestimmungsmöglichkeiten beschneiden, Entscheidungsbefugnisse zentalisieren.“

    Das macht ihr ja auch, von euch heraus die Universität versuchen umzustrukturieren, das macht ihr indem ihr euch einfach gar keiner Mitbestimmung stellt sondern gegen Studenten vorgeht und die Entscheidungen wann ihr wen stört liegt zentral bei euch. Also wen das die Definition für das „fleischgewordene Böse“ für dich ist, na dann gratuliere ich euch, dass ich potentiell aber erfolgloser ebenfalls das „fleischgewordene Böse“ seit.

    „ Ein größer werdender Kreis von Theoretiker_innen befasst sich für die deutsche Hochschullandschaft mitlerweile mit diesem Thema, darunter Jens Wernicke, Alex Demirovic, um nur mal ein paar Namen zu nennen.“

    Und was sagt das aus?

    „4. Wir haben kein kulturelles Problem.
    Zuallererst: Wenn Dreadlockfrisuren oder vegane Ernährungsgewohnheiten der Aktivist_innen für Außenstehende zu abschreckend sind, als dass man sich zur Diskussion und Ausarbeitung von Lösungsmöglichkeiten mit ihnen zusammensetzen wollte, frage ich mich ob man nicht vielleicht ein Luxusproblem hat.“

    Wer sagt das, oder nimmst du das nur als Vorwand um die Leute dir gegenüber zwischen den Zeilen anzugreifen, statt dich inhaltlich ihnen zu stellen. Eigentlich versuchst du doch nur das übliche Argument von euch vorzubringen, dass alle anderen intolerant sind.

    „Wenn Anfang des nächsten Semesters die Seminare wieder überquellen, Professor_innen munter weiter Anwesenheitslisten benutzen (was sie auch nach dem kürzlichen Senatbeschluss dürfen) und festgestellt wird, dass die KMK-Beschlüsse Schüsse in den Ofen waren, spätestens dann werden Studierende gemeinsam – frisurenübergreifend – die Köpfe zusammenstecken müssen.“

    Oder kein Problem damit haben, weil ihr vorher auch keine breite Unterstützung erfahren habt und ihr solltet dann mal eure Köpfe zusammen stecken und darüber nachdenken, dass ihr außer andere Studenten gestört zu haben nichts erreicht habt. Ihr könnt ja dann einfach Tannennadeln im Wald mit der Hand aufsammeln, dann erreicht ihr auch nichts, aber stört auch niemanden.

    „ Oder will man dann wieder sagen, euer 68er-Habitus passt mir nicht, mit euch spiel ich nicht. Ist dafür nicht die Sache zu wichtig?“

    Anscheinend nicht, Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Gratuliere du hast Schritt Eins geschafft auf dem Weg zu jemanden der für andere Leute etwas macht und nicht gegen sie.

    „Und hat man den Eindruck, der Forderungskatalog sei in Bezug auf stilistische Form und Argumentation von Pädagogik-Erstsemestern verfasst worden, dann liegt das daran, dass man selbst daran nicht mitgewirkt hat. Warum sollte man als Mensch, der gute Texte schreiben kann, nicht mitmachen?“

    Und noch ein Eigenlob wie weiter oben. Wenn es dir nur darum geht, hier mal von mir. Hey Ben du bist so toll, der aller größte, viel schlauer als wir anderen und wirst mal ein super großer „Theoretiker_innen“. Bist du jetzt glücklich und hörst auf andere zu stören oder wenigstens dich selber zu loben, oder mit super tollen Wortkonstruktionen dich versuchen abzuheben (das klappt bei Studenten weniger gut als bei anderen, nur so als Tipp).

    „Eine solche Debattenkultur ist völlig neu, hat sich selbst herausgebildet und viel belastbarer als die „Rituale der 70er“.“

    Ist völlig neu, hat es noch nie gegeben vor euch. Man seid ihr toll auch wenn ich diese Art der Debatte auch bei anderen Initiativen schon öfter erlebt habe, aber die haben sicher nur von euch kopiert, denn nur ihr könnt so toll sein (Eigenlob Nummer 3).

    Wenn du mal von deinem hohen Ross herunter kommen würdest, die sich in der Arroganz deiner Texte äußert würde das eine „Debatte“ deutlich erleichtern und vielleicht würdest du dann auch mal versuchen zu verstehen, warum andere nicht von euch belästigt werden wollen und warum es auch nicht legitim ist andere die einem nie etwas getan haben mutwillig zu belästigen. Und nur so nebenbei, diese anderen die ihr belästigt, lassen sich trotzdem nicht herab das gleiche mit euch zu tun, also denk mal drüber nach wer von euch tiefgründiger ist. Vielleicht solltest du auch mal deine Denkweise (sinngemäß: Wenn die lange genug drüber nachdenken, kommen sie zu meinem Standpunkt (Erkenntnis) und wenn sie da noch nicht sind haben sie nur nicht lange genug nachgedacht) überdenken und andere Studenten auch als mitdenkender zu akzeptieren als du es wahr haben möchtest.

    Robert

  20. 20 Ben 26. Januar 2010 um 19:24 Uhr

    Robert, deine Antwort mauert sich selbst ein und macht es Menschen nicht möglich, irgendeine Erwiderung zu formulieren.

  21. 21 Robert 26. Januar 2010 um 20:01 Uhr

    Wenn dann mauert sich nicht meine Antwort ein, sondern ich mauere mir ihr etwas ein und es ist sehr wohl möglich für andere Menschen etwas zu erwidern, dass es dir nicht möglich ist glaube ich dir jedoch. Wobei dir das bekannt vorkommen sollte, denn genau das versuchst du ja stets mit deinen Beiträgen zu erreichen.

  22. 22 Sebastian 27. Januar 2010 um 1:36 Uhr

    @ Robert: Du wirfst uns immer wieder vor, wir würden für uns beanspruchen, für andere Leute sprechen zu können.
    Gleichzeitig tust Du die ganze Zeit so, als wärst Du das offizielle Sprachrohr aller Leute, die „sich von uns gestört fühlen“, was auch immer das heißen mag.
    Warum nimmst Du Dir nicht Deinen eigenen Rat mal zu Herzen und beschränkst Dich darauf, für Dich zu sprechen? Warum z.B. überlässt Du die Einschätzung darüber, inwieweit sich Anwesende der Juravorlesung oder der Jobmesse durch die Einkaufswagenaktion „gestört“ gefühlt haben, nicht denjenigen, die die Aktion erlebt haben?

    Und das Thema Dunn-Vorlesung hatten wir vor langer Zeit schon mal diskutiert. Was Du gerne verschweigst (vielleicht auch verdrängst) ist, dass die Besetzenden damals auf Einladung von Prof. Dunn in der Vorlesung waren. Sie haben sich also nicht unerlaubt Eintritt verschafft und die Vorlesung gestört. Die Hoheit über den Inhalt seiner eigenen Vorlesung hat immer noch Prof. Dunn. Er hat die Besetzung zum Inhalt seiner Vorlesung gemacht. Wenn Dir das nicht passt, solltest Du Dich also bei ihm beschweren. Mich würde aber echt mal interessieren, ob Du Dich jedesmal so aufregst, wenn in irgendeiner Veranstaltung ein Thema behandelt wird, das Dir nicht gefällt.

    Zitat: „ich glaube du solltest dich nochmal mit dem „bösen“ auf dieser Welt beschäftigen, bevor du euren kleinen mini Konflikt auf solch eine Ebene hebst.“
    1. Die Formulierung „fleischgewordenes Böses“ stammt von der ersten Kommentatorin, nicht vom ursprünglichen Artikel.
    2. Wo wurde die Bösheit der Unileitung (wenn wir es mal so nennen wollen) mit „dem Bösen auf dieser Welt“ verglichen? Dieser Vergleich stammt von Dir, nicht von uns. Wobei: Wenn man Deine Kommentare liest, könnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, dass wir in Deinen Augen „das Böse auf dieser Welt“ verkörpern.

  23. 23 Robert 27. Januar 2010 um 10:54 Uhr

    „Gleichzeitig tust Du die ganze Zeit so, als wärst Du das offizielle Sprachrohr aller Leute, die „sich von uns gestört fühlen“, was auch immer das heißen mag.
    Warum nimmst Du Dir nicht Deinen eigenen Rat mal zu Herzen und beschränkst Dich darauf, für Dich zu sprechen? Warum z.B. überlässt Du die Einschätzung darüber, inwieweit sich Anwesende der Juravorlesung oder der Jobmesse durch die Einkaufswagenaktion „gestört“ gefühlt haben, nicht denjenigen, die die Aktion erlebt haben?“

    Haben doch schon Leute gesagt, ich stelle bloß die Lüge heraus, dass niemand gestört wird. Zu dem, wann habe ich denn irgendwo so getan als ob ich ein offizielles Sprachrohr bin, im Gegensatz zu euch habe ich das nie behauptet (ihr jedoch schon auf dem Blog, dass hatten wir aber schon mal). Zu dem gehst du ja gar nicht auf den Fall ein, in dem eindeutig ich bei der Lehre gestört wurde von euch.

    „Und das Thema Dunn-Vorlesung hatten wir vor langer Zeit schon mal diskutiert. Was Du gerne verschweigst (vielleicht auch verdrängst) ist, dass die Besetzenden damals auf Einladung von Prof. Dunn in der Vorlesung waren. Sie haben sich also nicht unerlaubt Eintritt verschafft und die Vorlesung gestört. Die Hoheit über den Inhalt seiner eigenen Vorlesung hat immer noch Prof. Dunn. Er hat die Besetzung zum Inhalt seiner Vorlesung gemacht. Wenn Dir das nicht passt, solltest Du Dich also bei ihm beschweren.“

    Ich habe das nicht verschwiegen, denn wie du selber schon bemerktes hatten wir das schon mehrmals thematisiert. Soll ich jedes Mal eine ganze Diskussion wiederholen? Ich habe ja nur die Lüge von Ben aufgezeigt. Er meinte, sie hätten nie jemand gestört und das ist unwahr.
    Zudem hat Dunn euch gezwungen? Ihr hättet ja von euch heraus sagen können, dass ihr das gerne nach der Vorlesung machen würdet, damit die gehen können die keine Lust haben oder am Ende der VL. Aber ich denke uns ist beiden klar, dass dann der Saal schnell sehr leer gewesen wäre. Das ihr die VL gestört habt ist konnte man aber an der Reaktion der Studenten klar sehen, nicht ohne Grund seid ihr nach 20 Minuten gegangen.

    „Mich würde aber echt mal interessieren, ob Du Dich jedesmal so aufregst, wenn in irgendeiner Veranstaltung ein Thema behandelt wird, das Dir nicht gefällt.“

    Jop, ich sagt Dozenten durchaus, wenn ich etwas nicht gut fand im Seminar. Aber im Gegensatz zu euch versuche ich das konstruktive zu gestalten.

    Zitat: „ich glaube du solltest dich nochmal mit dem „bösen“ auf dieser Welt beschäftigen, bevor du euren kleinen mini Konflikt auf solch eine Ebene hebst.“
    „1. Die Formulierung „fleischgewordenes Böses“ stammt von der ersten Kommentatorin, nicht vom ursprünglichen Artikel.“

    Trotzdem hat sie Ben übernommen, also muss er es sich auch gefallen lassen, dass man ihn an seinen Worten misst.

    „2. Wo wurde die Bösheit der Unileitung (wenn wir es mal so nennen wollen) mit „dem Bösen auf dieser Welt“ verglichen? Dieser Vergleich stammt von Dir, nicht von uns.“

    Was soll denn fleischgewordenes Böses sonst heißen? Klar kommt der Vergleich von mir um die Verbohrtheit und Extremisierung im Text hervorzuheben.

    „ Wobei: Wenn man Deine Kommentare liest, könnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, dass wir in Deinen Augen „das Böse auf dieser Welt“ verkörpern.“

    Denn Eindruck bekommen und es wirklich lesen ist ein unterschied. Aber nur so nebenbei fühle ich meine Interessen von der Hochschulleitung durchaus besser vertreten als von euch.

    Schade dass du dir so wenig raus gepickt hast, fühlt ihr euch zu ertappt? Nur die alten Vorwürfe auswärmen, aber was zur Lüge, das ihr niemand stört, dazu kommt nichts (Feueralarm), oder das ihr genauso vorgeht wie ihr der Hochschulleitung vorwerft oder die Selbstbeweihräucherung statt sich anderen zu stellen.

    Robert

  24. 24 Martin 28. Januar 2010 um 18:22 Uhr

    Es ist immer wieder schön hier mal nachzulesen, denn jedes Mal wird mehr gegiftet.

    Ich muss an der Stelle mal Robert danken, der anscheinend sehr viel Kraft und Zeit aufbringt, diese Diskussion auch wirklich bilateral zu führen. Viele andere, die ähnlicher Meinung sind, würden vor dieser Aufgabe wahrscheinlich verzweifeln.

    Da der Umfang dieser Diskussion schon sehr umfangreich ist, will ich mir nur einige Punkte rausgreifen, die ich nochmal aus einer anderen Sicht als der von Robert darstellen.

    Ben verleugnet den Anspruch die Studierenden vertreten zu wollen…da steht für mich die Frage im Raum, warum man dann in die studentischen Gremien dieser Universität geht und sich eine Legitimation der Forderungen und Methoden abholt und dies als Gruppe der Besetzer. Auch wenn Ben sagt er sieht darin kein Mandat, es ist nichts anderes. Auch wenn es kein Einzelpersonenmandat darstellt wie im Falle des StuPa, aber durch die zumeist heißt diskutierten Abstimmungen wurde ein Mandat an die Gruppe der Besetzer ausgesprochen. Jeder studierte Jurist oder Poltikwissenschaftler mag mir jetzt widersprechen, aber wir reden hier nicht nur von PoWis und Juristen, die sich ach so gern in ihren ausgefeilten Formulierungen übertreffen möchten, wir reden hier auch von Studenten, die diesem Gehabe oft sehr fern sind, z.B. die meiner Meinung nach oft sehr schlecht vertretenden Naturwissenschaftler. Wenn man zurück denkt wie z.B. die Legitimation in der Versammlung der Fachschaften (VeFa) diskutiert wurde und welche Beschlüsse gefasst wurden, ist der breiten Masse der Studenten nicht zu vermitteln, aus welchem Grund sich ein Vertreter der Besetzer nun plötzlich sich das Mandat abspricht. Nicht unbedingt eine vertrauensbildende Maßnahme.

    2. Die, ich will es mal zugespitzt „Boykottierung“ nennen, des 1. Runden Tischs ist ebenfalls eine fragwürdige Entscheidung. Auch wenn die Moderation nicht verfügbar war, so hätte man wenigstens den guten Willen zeigen können und zu ersten nichts bedeutenden Gesprächen erscheinen können um wenigstens über die Arbeitsgrundlage zu diskutieren. Aber anscheinend ist es schwer sich aus der Konfrontationshaltung zu bewegen, anscheinend allerdings viel schwerer für die Studierenden als für das Präsidium. Das zeigt sich auch an der Formulierung des „fleischgewordenen Bösen“ und desse. Was in Gottes Namen ist in euch gefahren? Teilt sich die Welt in „Böse“ und „Gut“…Gott habe ich gerade nicht umsonst angerufen, denn der Glaube, daran, dass sich Gut und Böse im Kampf gegenüber stehen stammt aus einer Zeit und aus Ländern (z.B. USA,Iran) in denen der Glaube an Gott das allbestimmende war. Ich hatte geglaubt, dass wir zumindest in Deutschland inzwischen etwas weiter sind, aber vielleicht berichtigen mich in dem Fall die mitlesenden Geschichtsstudenten. Die Welt lässt sich einfach nicht in Schwarz und Weiß teilen. Jeder spielt dabei zwar seine Rolle, aber im Moment haben anscheinend die Bildungsstreiker das geringste Repertoire. Ich hoffe, dass auch diese irgendwann zur Einsicht gelangen, dass man es an der Uni nicht durch Konfrontation schafft, sondern durch Zusammenarbeit und fairem Umgang, dabei will ich nochmal dem Begriff der „Corporate Identity“ den ich weiter oben schonmal benutzt habe noch in Erinnerung rufen.

    Vielleicht noch etwas zu dem kulturellen Problem…obwohl ich da eine ziemlich verbohrte Meinung hab, die sich sicherlich nicht auf viele übertragen lässt. Ich finde es nur bemerkenswert, wenn Ben von einem laufenden Prozess spricht, der sich über die anhaltende Erhebung von Meinungsbildern entwickelt. Ich frage mich in diesem Fall wie man, egal ob man nun mit Dreadlocks oder rasiertem Kopf, als verlässlicher Verhandlungspartner gegenüber jemandem wie dem Präsidium auftreten will, dass mit pragmatischen Argumenten arbeitet. Das heißt nicht, dass diese besser sind, sie sind einfach nur auf die höchstpraktikabelste Lösung ausgerichtet, auch wenn dabei Studis über die Klinge springen. Wie will man mit einem Sit-In und wir diskutieren mal bis alle einer Meinung sind und dies durch beständiges Nicken kundtun solchen Argumenten entgegentreten. Das ist der Punkt an dem ich die Besetzung von Anfang an kritisiert habe…die Forderungen sind zum großen Teil idealistisch und zu wenig konkret und auch viele Argumente die, auch hier, vorgebracht wurden entbehren einfach einer gesunden Sicht auf die tatsächlichen Gegebenheiten. Oft schwingt auch nochmal, wie auch auf den hier bereits thematisierten Störaktionen, ein schöner Batzen Systemkritik mit, die nun wirklich, auch wenn Ben sie verneint, an das 68er-Gehabe erinnert. Man wird nichts erreichen, wenn man mit zu unkonkreten Forderungen in Verhandlungen mit dem Präsidium geht. Das schaffen selbst die Dozenten eines Institutes nicht, wenn Sie nicht konkret Zahlen, Namen und Daten nennen, die auch wirklich ankommen.

    Ich denke, dass das erstmal genug an Diskussionsbeitrag sein sollte. Mir ist die Zeit auch eigentlich etwas zu schade dafür.

    Mit besten Grüßen

    Martin Friemel!

  25. 25 Mathias Kern 30. Januar 2010 um 20:21 Uhr

    Lieber Martin,

    um es explizit noch mal richtig zu stellen, die TeilnehmerInnen des allgemeinen und offenen, studentischen Vorbereitungstreffens zum Runden Tisch, nicht die Besetzenden, haben den ersten Runden Tisch abgesagt.

    Sowohl VertreterInnen dieses Vorbereitungstreffens, der BesetzerInnen als auch VertreterInnen von Studierendengruppen und Fachschaften sind dann aber zu dem von der Unileitung angesetzten Termin gekommen, um Gesprächsbereitschaft zu zeigen und den gesamten Prozess nicht zu gefährden. Man ist dann ja auch zu pragmatischen Lösungen gekommen …

    Zum anderen muss ich widersprechen, dass die Unileitung während des Konfliktes immer ein Hort pragmatischer Entscheidungen war, meiner Einschätzung nach war das Präsidium oft unsicher, wie es vorghehen sollte, war bisweilen bockig und hat bisweilen ihre Linie (zu) straff durchgezogen. Zusammengefasst sie waren Menschen, genauso wie die Besetzenden (die ähnliche Schwächen hatten), und Menschen haben halt ihre Schwächen …

    Gerade das finde ich sympathisch, jetzt kommt man beim Runden Tisch in einer nach meinem Eindruck angenehmen Atmosphäre zu interessanten und produktiven Diskussionen, die hoffentlich zu entsprechenden Umsetzungen zum Wohle von uns Studierenden und der gesamten Uni führen …

    Alles Gute,

    Mathias

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