Offener Brief – Besetzer_innen fordern konkrete politische Schritte

Dieser Offene Brief erreichte die Universitätsleitung heute am 23.12. um 10.30 Uhr.
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Die Besetzer_innen erkennen Ihr Angebot, die Foyerräume unterhalb des Audimax uneingeschränkt als Arbeitsräume nutzen zu können, an. Wie bereits in Ihrer Pressemitteilung vom 21. Dezember deutlich wurde, betrachten auch Sie, die angebotenen Räume nicht als adäquate Alternative zum Audimax.

Die von Ihnen gesetzte Frist bis zum 22. kam einem Ultimatum gleich. Ein Umzug der Besetzenden innerhalb eines Tages war und ist nicht nur unrealistisch, sondern auch als Bedingung für eine einvernehmliche Lösung problematisch.

Leider sind uns bisher von Ihrer Seite keine konkreten Schritte zur Umsetzung unserer Forderungen ersichtlich geworden. Das Bereitstellen von Übergangsräumlichkeiten stellt kein politisches Handeln im Sinne unserer Forderungen dar. Daher fordern wir das Präsidium noch einmal auf, seinen Absichtserklärungen Handlungen folgen zu lassen und beispielsweise Anwesenheitskontrollen in allen Studiengängen dauerhaft und flächendeckend, durch die Änderung der Bachelor-/Master-Rahmenordnung abzuschaffen und die diesbezüglichen Bestrebungen auch in einer öffentlichen Stellungnahme zu bekunden. Anwesenheitslisten sind nachweislich nicht geeignet die Studienleistung zu erfassen.

Nach der Veröffentlichung einer Absichtserklärung, den entsprechenden Antrag in den Senat zu tragen, können wir einer geordneten Übergabe des Audimax in der ersten Januarwoche zustimmen.

Natürlich sind alle unsere Forderungen nach wie vor gleichrangig, zentral und müssen
umgesetzt werden, um die Studienbedingen an der Universität Potsdam nachhaltig zu
verbessern. Dennoch sehen wir in der Abschaffung der Anwesenheitslisten eine Möglichkeit für die Universitäts-Leitung ihre Bereitschaft zur konstruktiven Fortsetzung des gemeinsamen Dialogs unter Beweis zu stellen und endlich einen ersten konkreten und zeitnah
umsetzbaren Schritt einzuleiten. Ein Ende der Anwesenheitskontrollen kommt allen
Studierenden zugute und trägt zu einer Atmosphäre des selbstbestimmten Lernens bei.

Der Verweis, von ihnen als Uni-Leitung, auf die angeblich durch unsere Anwesenheit verschlechterte Situation der Mitarbeiter_innen der Universität, übergeht die real existierenden, prekären Beschäftigungsverhältnisse und den von der Uni-Leitung in den vergangenen Jahren vorgenommenen Outsourcing-Prozess von universitätsinternen Tätigkeiten. Die Solidarität der Besetzer_innen mit den Mitarbeiter_innen drückt sich nicht nur an Weihnachten aus, denn wir verlangen weiterhin sowohl faire Lern- und Lehrbedingungen, als auch ganzjährig gerechte Beschäftigungsverhältnisse an der Universität.

Die Forderungen der Audimaxbesetzung sind keine kurzfristig artikulierten, was sich durch die Solidaritätsbekundungen der gewählten Gremien der studentischen Selbstverwaltung auch mit dem politischen Mittel der Besetzung verdeutlicht. Inhaltlich wurden wir weiterhin auch von der Vollversammlung am 4.11.2009 bestärkt, in deren Anschluss wir Studierenden das Audimax besetzten.

Viele Grüße

Die Besetzer_innen


1 Antwort auf „Offener Brief – Besetzer_innen fordern konkrete politische Schritte“


  1. 1 Wenn die Frau zur Kur ist « Der LOLator Pingback am 05. Januar 2010 um 14:22 Uhr
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