Skandal: Studis werden gezwungen Vorlesung im Zelt zu hören!

Um 13:30 kamen die Studierenden der Botanik-Vorlesung vom Montag ins Audimax zurück, da sie ihre Vorlesung nicht im Zelt hören wollten. Um die Zeit zum Beginn der Vorlesung zu überbrücken guckten sie zusammen mit den Besetzer_innen die Simpsons. Die Bankreihen waren voll. Dann kam die Ansage: der Dozent war im Zelt und weigerte sich ins Audimax zu gehen. Die Begründung: Er würde mit dem Betreten des Audimax Probleme mit der Uni-Leitung bekommen.

Wie kann es sein, dass eine Universitätsleitung ihren Dozierenden untersagt ins Auditorium Maximum zu gehen?
In was für einer Welt leben wir, wenn Dozierende Angst um ihren Job haben müssen, nur weil sie ihre Studierenden unterstützen wollen?
Wie sagte uns Frau Obst-Hantel an dem Montag vor drei Wochen, als sie uns um 7 Uhr morgens mit privatem Wachschutz weckte: „Die Freiheit der Lehre ist die Freiheit der Lehrenden. Was akzeptable [Lehr-]Bedingungen sind, über diese Definition verfüge ich.“

Dieses Aussage hat sich soeben wieder bewiesen.
Wir leben in einer Hochschul-Welt, in der noch nicht einmal den Dozierenden freigestellt wird, in welchem Raum sie ihre Vorlesung abhalten wollen.
Wir leben in einer Hochschul-Welt, in der akzeptable Lehrbedingungen bedeuten, dass Studi sich in einem ökologisch nicht vertretbarem Zelt widerfindet, in dem es nicht möglich ist, genau die Worte des Dozierenden oder der anderen zu verstehen, in dem Klemmbretter verteilt werden, da es keine Ablageflächen gibt.

Die Taktik der Hochschulleitung gegen uns, die Studierenden sowie alle anderen auch wird nicht funktionieren! Wir werden uns nicht aussitzen lassen. Wir werden diesen Raum, den wir uns geschaffen haben, weiterhin kreativ nutzen bis sich etwas bewegt. Wir geben nicht auf.


15 Antworten auf „Skandal: Studis werden gezwungen Vorlesung im Zelt zu hören!“


  1. 1 irene 30. November 2009 um 21:45 Uhr

    naja – simpsons gucken würde ich auch lieber als mich zwangsveranstalten zu lassen, aber das ist doch wohl noch keine revolutionäre tat! kommt doch mal wieder runter und schaut euch euer infantiles prokrastinationsverhalten von außen an! wenn mal ein bisschen mehr nachgedacht würde oder sogar ein buch in die hand genommen würde (marx repetition zählt nicht!) – aber simpsons-filme gucken und dann ein wenig klug alltagsweltlich daherquatschen, die immer gleiche suppe und der immergleiche versuch, sie mit einer gabel zu essen: ermüdend!

    aber gut: seid schön bunt und schön laut – seien wir solidarisch für eine freie bildung der mittelklasse-kinder, lasst uns zusammenstehen und aus protest einen simpsonsfilm schauen!

  2. 2 Robert 01. Dezember 2009 um 0:03 Uhr

    Ich verstehe den Dozenten, ich würde auch nicht bei euch im Audimax eine Vorlesung halten wollen und euch damit noch Recht geben mit dieser falschen Diskussionskultur. Und um ehrlich zu sein, würde ich mich als Student auch dagegen aussprechen, dass sich der Dozent euch beugt und ihr ihm gönnerhaft erlaubt, dass er die Vorlesung halten darf.

    Ich bin gerade echt froh an einem anderen Campus zu sein und nicht direkt betroffen zu sein, ich glaube da würden böse Worte fallen.

    Übrigens hat bei uns neuliche ein Professor (Dunn) gefragt, ob wir mal über den Streik reden wollen. Von 300 Anwesenden wollte das keiner. Er hat extra noch einmal nachgefragt und meinte, dass er ja gerne drüber reden würde. Trotzdem wollten von 300 Studenten nicht einer über euch reden, sondern einfach studieren. Und im Ticker ließt man ja auch, dass ihr echt ein mega starken Rückhalt habt. Umso länger eure Besetzung dauert umso mehr äußern auch ihren Missmut. Eigentlich hoffe ich, dass ihr noch lange durchhaltet und das es soviele gegen den Strich geht, dass ihr bei der nächsten Wahl oder wie auch immer mal einen Denkzettel verpasst bekommt. Demokratie ist was anderes.

    Freundliche Grüße

    Robert

  3. 3 arne 01. Dezember 2009 um 1:04 Uhr

    Hallo Robert,

    was sagt das jetzt eigentlich aus, dass von 300 Studenten in einer Vorlesung niemand über den Bildungsstreik reden möchte? Dass sie alle für unsere Forderungen sind oder alle dagegen? Dass ihnen alles egal ist oder sie sich nur um ihre nächste Leistungserfassung sorgen machen?

    Was verstehst Du unter einer „richtigen Diskussionskultur“ und von welchen Wahlen sprichst du, bei der man uns einen „Denkzettel“ verpassen sollte? Es ist ja nicht so, als würde der Bildungsstreik bzw. die Besetzung des Audimax von einer Hochschulgruppe ausgehen.

    Gruß,
    Arne

  4. 4 Robert 01. Dezember 2009 um 7:50 Uhr

    Hallo Arne,

    für mch sagt das aus, dass sie sich nicht für euren Streik interessieren, ihn also auch nicht unterstützen. Nicht einer unter den 300 war dabei, der das alles unterstützt. Das hat sogar mich überrascht, der davon ausgeht, dass ihr eh nicht die Mehrheit hinter euch habt. Aber das keiner unter 300 saß fand ich schon selber krass.

    Unter richtiger Diskussionskultur verstehe ich eine Diskussion die nicht damit arbeitet andere mit einer Besetzung unter Druck zu setzten und sich damit selber Optionen zu verbauen. Für mich finden Diskussionen mit Worten statt. Zu dem sollte man erstmal nach innen Diskutieren und gucken ob man überhaupt eine breite Mehrheit in der Studentenschaft hat bevor man nach außen tritt und fordert.

    Ihr werdet ja von Hochschulgruppen unterstützt, oder? Und für Außenstehende seit ihr eh alles das selbe, tut mir ja leid ich bemühe mich ja das ganze Vertretungs und Gremiengewese zu durchblicken, aber es fällt Außenstehenden sehr schwer. Und deshalb hoffe ich, dass die Leute nächstes mal nicht zu unangesprochen von euch sind, sondern zur Wahl gehen und ein klares Votum gegen diese Art des Streitens äußern.

  5. 5 ana 01. Dezember 2009 um 11:20 Uhr

    hallo robert,
    ich bin nur grade durch zufall über diese seite gestolpert. ich lebe nicht in potsdam, ich studiere in wien und münchen. es erschüttert mich, wie blind ihr allesamt seid. wie ihr leuten dummes zeug vorwerft, die sich auch für euch einsetzen, für all die studenten, die vor lauter leistuingsdruck nicht mehr selbstständig denken können. die ihr politisches mitspracherecht volkommen untergraben und sich in ein leben fügen, das vollkommen losgelöst von sozialer verpflichtung und empathie stattfindet. und wenn du die besetzung und forderungen so als krasse behinderung deiner forderungen siehst, warum gehst du nciht mal zum plenum und bringst dort deine meinung und deine vorschläge an?
    du bezeichnest dich selbst aus „aussenstehnder“. mann, robert! du studierst!!! du bist teil der studenten!! get involved! stop crying!
    ana

  6. 6 Ana 01. Dezember 2009 um 14:59 Uhr

    @Irene und Robert
    1. zu den Simpsons: die Simpsons wurden in der Mittagspause als „Entspannung“ angeboten mit anschließender Dislussion über politische Inhalte, mit dem Erscheinen der Biologie-Studenten hatte keiner gerechnet. Als sie dann da waren haben sie bevor die Vorlesung losging eben mitgeguckt.
    2.es ging nicht darum, dass der Dozent nicht wollte, sondrn dass er aus Angst vor der Uni-Leitung nicht gekommen ist. Das dieser Raum für Vorlesungen freigegeben wird, die nicht verlegbar sind, ist ein Kompromiss, ein Entgegenkommen, nicht „gönnerhaft“, oder ist die Uni-Leitung auch gönnerhaft, wenn sie den Raum für Vorlesungen freigibt, wenn er gerade nicht durch externe Veranstalter angemietet wurde?
    3.@Robert: was ist für dich eine richtige Diskussionskultur und was läuft deiner Meinung nach falsch im Audimax?
    4.Bei Prof. Dunn wird am nächsten Mittwoch eine kleine Infoveranstaltung mit anschließender Diskussion stattfinden, also geh am besten hin, um dich nochmal zu informieren Robert!
    5.Wenn in einer Vorlesung sich keiner für diese Sache interessiert, sondern nur darauf bedacht ist, auch alle LP zu bekommen, dann heißt dass für mich, dass er/sie total in dem System drinhängt und/oder politisch nicht interessiert ist. Ein egal ist noch lange keine Ablehnung!
    6.Was heißt denn „wählen“? wer wurde denn hier gewählt? Die besetzer_innen sind kein Zusammenschluss aus Hochschulgruppen oder anderem. Es sind Menschen dabei, die zu Hochschulgruppen gehören, aber sie treten im Audimax nicht in dieser Funktion auf! Mit dieser Aussage triffst Du alle diejenigen, die nicht zu solchen Gruppen gehören und sich dennoch engagieren.
    Ich hoffe Ihr denkt nochmal gründlich nach und kommt am besten selbst vorbei um euch ein Bild zu machen.

  7. 7 Ben 01. Dezember 2009 um 18:10 Uhr

    Robert, die Besetzerinnen und Besetzer im Audimax sind bei keiner Gremienwahl abstrafbar, weil sie dazu nicht antreten. Der Protest wird von keiner Hochschulgruppe getragen oder finanziell unterstützt.

    Zur Diskussionskultur. Die Auffassung, dass die Okkupation des Audimaxes Verhandlungsoptionen verbaut habe oder dass nicht in Worten diskutiert werde, teile ich nicht. Nach der Besetzung haben sich Optionen erschlossen, die vorher ohne dieses Mittel über den üblichen Weg studentischer Gremienarbeit verbaut waren. So haben die Besetzerinnen und Besetzer plötzlich direkte Verhandlungskanäle zum Wissenschaftsministerium mit Staatssekretär Gorholt oder der Ministerin Münch. Die Universität bietet ihnen neben den regelmäßigen Verhandlungen einen Runden Tisch zur Besprechung campuspolitischer Details an. Hier kann man effektvoll Ideen für Veränderung einbringen. Und es zeigt auch, dass offenbar politische Eliten in Entscheidungsverantwortung sich erst bewegen, wenn man unkonventionelle Mittel demokratischer Meinungsbildung in Betracht zieht. Die Frage der Legitimation in der Studierendenschaft ist eine interessante. Noch nie hatte übrigens eine Studierendenbewegung die Mehrheit der Studierendenschaft hinter sich, das gilt auch für prominente historische Beispiele. Auch in den 60er Jahren wollte die Mehrheit der Studierenden lieber lernen und an ihrem Abschluss arbeiten, als Vorlesungen durch Go-Ins stören oder Senatssitzungen blockieren. Die Nachfrage „Wo ist denn überhaupt eure Mehrheitslegitimation?“ ist eine oft gehörte. Da sag ich: wenn auch nur zwei Studis Gefahr laufen, dass sie beispielsweise durch die Streichung der Professur Humangeografie keinen Abschluss mehr machen können, sollen sie einen Hörsaal besetzen. Daran sieht man worum es in dem Streik im allgemeinen und besonders der Besetzung geht: Existenzielle Belange von Menschen, die um ihre Zukunftchancen gebracht werden. Da ist es erstmal nachrangig, ob die Mehrheit der Studis dies auch so nachvollziehen kann, obgleich natürlich Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. Eine gewaltfreie Hörsaalbesetzung ist ein Mittel, dass mit der demokratischer Mehrheitsregel als soziale Koordination nicht unverträglich ist, sondern was sie ergänzt und die politische Kultur reifer macht.

    In Bezug auf die Malcolm-Dunn Vorlesung hast du natürlich recht. Es ist heute nicht das Merkmal von Studierenden, sich als „Studis für sich“ mit eigenem Selbstbewusstsein zu begreifen, also die eigene Rolle „Student“ gemeinsam mit anderen kritisch zu reflektieren. Das ist aber meiner Auffassung nach politisch gewollt. Wer in sechs Semestern durchmodularisiertem Studium einen berufsqualifizierenden Abschluss hinblättern soll/will/muss, weil der Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt immens hoch geworden ist und selbst gut qualifizierte Absolvierende alles andere als eine Jobgarantie haben, hat dafür entschieden keine Zeit. Man arbeitet im Audimax gerade daren, solche Zusammenhänge aufzudecken.

  8. 8 Robert 01. Dezember 2009 um 22:32 Uhr

    @ana Und wieder ein weiteres Beispiel für dieses tolle herabsetzen von Leuten die eine andere Meinung haben.

    Wir können ja nur uninformiert, nicht selbstständigt denkend, reden politisch nicht mit, sind nicht in der lage sozial zu denken.

    Danke Ana das du noch mal dein Bild gezeichnet hast, hat nur noch das Wort „dumm“ oder „faul“ gefehlt.

    Nur um es richtig zu stellen, ich bezeichne mich als „außenstehend“ was die ganze Gremien und Vertretungsstrukturen angehen, weil ich die trotzdem ich mich damit beschäftige und sogar Protokolle lese schwer verstehe. Und du hast es richtig erkannt, ich bin Student und weder uninformiert, noch dumm oder faul, ich engaier mich politisch und jetzt kommt es, ich kann sogar selbstständig denken.

    Wenn du deinen paar inhaltlichen Sachen nochmal ohne Beleidigungen posten könntest wäre ich dir sehr verbunden.

  9. 9 Ana 01. Dezember 2009 um 23:13 Uhr

    Hi Robert, hier schreiben gerade zwei Anas mit dir, (falls dus nicht bemerkt hast).
    Ich finde es schade, wenn hier angefangen wird, persönliche Beldeidigungen zu verteilen. Das muss nicht sein und geht auch gegen das Selbstverständnis der Besetzer_innen, es wäre schön, wenn auf diesem Blog auch darauf geachtet wird. deswegen entschuldige ich mich bei Dir Robert, falls du dich durch irgendetwas, was ich geschrieben habe, beleidigt fühlst.
    Deswegen finde ich es nicht sinnvoll weiter mit dir darüber zu debattieren, ob nun ein Hörsaal mit 300 Studis die nicht am Streik interessiert sind, Ablehnung zeigen oder nicht, da haben wir zwei verschiedene Meinungen und Du kennst meine Gründe. Im Übrigen kann ich mich Ben nur anschließen. Wir befinden durch die internationalen Bestzungen gerade an einem Punkt, an dem viel passieren kann und die Politik unter Druck steht. Im Untergrund läuft viel mehr als wir von außen sehen, d.h. dass ich glaube, dass in den Landtagsfraktionen von Brandenburg gerade gerade wirklich Bewegung zu unseren Gunsten stattfindet und etwas bewirkt werden kann. Doch dafür wird noch ein wenig Zeit nötig sein. Wenn der Bachelor dann vielleicht 4 Jahre dauert statt drei, kommt es auch Dir bzw. deinen Freunden, Familienmitgliedern und Kindern zu gute.
    Hier geht es nicht nur um mich und mein Bedürfnis, sondern auch um andere.

  10. 10 Robert 02. Dezember 2009 um 8:13 Uhr

    Tut mir Leid, ich habe wirklich nicht gemerkt, dass es zwei Anas gibt, ich wollte der zweiten nicht Unrecht tun.

  11. 11 Martin 02. Dezember 2009 um 10:35 Uhr

    Hallo Leute,

    die Kommentare zu diesem Eintrag haben sich etwas vom eigentlichen Thema, das Zelt und der Weigerung des Dozenten die Vorlesung im AudiMax zu halten, etwas weggbewegt. Vielleicht kann ich sie mit meinem Beitrag etwas dahin zurückbringen, da mich vor allem die Situation in der Biologie besonders anspricht.

    Erst mal was Grundsätzliches…soviel Engagement wie im Moment bei der Besetzung und der Haltung des AudiMax gezeigt wird, hätte ebenso gut in eine interne Arbeit z.B. in Fachschaftsräten gesteckt werden können. Hätte jeder der ca. 30 Fsrs dieser Uni ein oder zwei solch engagierter Leute, wäre meiner Meinung nach ein Besetzung unnötig gewesen. Ich kann das sagen, da ich erlebt habe, wie vor allem engagierte Fachschaftsarbeit in den Instituten und der Dialog der Statusgruppen die Situation auch in den eng gesetzten Grenzen der Bachelor- und Masterumstellung auch zu studierbaren Studiengängen führt. Das zeigt nicht zuletzt die Akkreditierung der biowissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengänge ohne Auflagen, wie auch die durchweg sehr gute Lehrerevaluation nahezu aller unserer Dozenten.

    Warum sollte sich also ein Dozent weigern die Vorlesung im AudiMax zu halten. Ich halte es nicht für zutreffen, auch wenn es so schön reißerisch hier formuliert wurde, dass der Dozent Dr. Heinken Angst vor Repressalien durch die Unileitung hat. Dafür ist er ein zu pragmatischer Wissenschaftler. Ich denke eher, dass er den Studenten trotz Besetzung die Möglichkeit geben möchte, die den Streik nicht unterstützen ihre Vorlesung zu besuchen. Auch denke ich, dass einige Studenten nur ins Audimax gegangen sind, da die Bedingungen, ob schreibtechnisch oder klimatisch, nicht optimal sind. Vielleicht lohnt es sich an dieser Stelle auch noch zu erwähnen, dass es sich bei diesen Studenten um Erstsemesterstudenten handelt, deren Frustlevel semesterbedingt signifikant höher liegt, als der Dritt oder gar Fünftsemester. Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist Dozenten vorzuwerfen vor der Unileitung einzuknicken, nur um seine eigenen Ziele udn Positionen stärker herauszuarbeiten. Vor allem Dr. Heinken ist einer der engagiertesten und besten Ansprechpartner gerade für neue Studenten.

    Ich möchte mich also dagegen aussprechen Dozenten in die Positionierung der Besetzer indirekt mit einzubeziehen, wenn sie nicht ausdrücklich auf diese zukommen. Dies behindert die Arbeit der Fachschaftsräte und untergräbt für kurzfristigen Schwerpunktsetzung einer Gruppe die Arbeit von studentischen Gremien auf viel längere Zeiträume.

    Es ist schön und toll, wenn man sich der Unterstützung anderer Statusgruppen immer mal wieder versichert und betont, man sollte dabei nur beachten, dass die Dozenten eine noch viel heterogene Gruppe in ihrer Interessenlage ist, als die zahlenmäßig größere der Studenten. Die Besetzer sollten sich auf ihre originät vertrende Gruppe die Studenten konzentrieren und endlich in ihren Forderungen konkreter werden. Auch beobachte ich mit Argwohn bei vielen Studenten, die im Moment das größte Engagement zeigen etwas, dass mit früher nur bei altgedienten Dozenten aufgefallen ist. Dieses Etwas ist für mich eine fehlende Offenheit gegenüber der Bologna-Reform. Eine Forderungen und Äußerungen scheinen mir offensichtlich darauf angelegt die Zeit zurück zu drehen und die alten Studiengänge wieder herbeizusehnen. Dieser Zug ist meiner Meinung nach lange abgefahren…ich appeliere an alle sich der Reform endlich zu öffnen und Forderungen anzustellen, die auch die Reform versprach, aber nicht umgesetzt sind. So ist z.B. die Studiendauer signifikant zu verringern. Was man aber beobachtet ist das teilweise einfach nur das alte System aufgesetzt wird ohne Strukturen zu schaffen den Studenten ihren Studienalltat effektiver gestalten zu können. So könnte man z.B. endlich eine umfangreiche betreute Studieneingangsphase fordern um die Leute auch auf kritisches Denken und effektives Lernen vorzubereiten bevor sie auf den in allen Fächern umfangreichen Stoff losgelassen werden. Ein damit verbundenen Tutorensystem könnte auch für viele Studenten eine zusätzliche Möglichkeit des Zuerwerbs werden und vielen auch ihren Studienalltag erleichtern, da sie Nebenjobs in Cafés oder ähnlichem nicht mehr benötigten. Viele ähnliche Dinge kann sich denken, die auch bereits in Bologna vorgedacht waren. Also nochmals mein Appell…beschäftigt euch endlich mit der Reform und trauert nicht alten Strukturen nachen!

    Mit besten Grüße

    Martin!

  12. 12 Robert 02. Dezember 2009 um 11:00 Uhr

    „4.Bei Prof. Dunn wird am nächsten Mittwoch eine kleine Infoveranstaltung mit anschließender Diskussion stattfinden, also geh am besten hin, um dich nochmal zu informieren Robert!“

    Ja die war echt klasse Ana. Viele haben in der Zeit in der eure Leute da waren Zeitung gelesen, gequatsch oder leise Witze über euch gemacht. Obwohl auf verschieden Wegen versucht wurde uns zu animieren wollte einfach niemand wirklich mit euch diskustieren. Es gab in 20 Minuten 5 Fragen, davon zwei von jemand der auch mit den beiden Besetzern reingekommen ist. Nachdem dann das Microfon rumgegenben wurde damit wir diskutieren können und jeder es nur weiter gereicht hat, dann hat eine Studentin vor mir nur gesagt „Was soll ich jetzt damit“ und es einfach vor sich auf den Tisch gelegt und das hat niemanden gestört, weil niemand mit den beiden Besetzen reden wollte.

    Nach 20 Minuten, in dem man die beiden mit schweigen beharlicht ignoriert hat haben die beiden aufgegeben und sind rausgegangen, es gab sogar vereinzelt Applaus als ihr angekündigt habt das ihr jetzt geht und als dann die Vorlesung began haben alle geklopft.

    Ich denke das gab euch mal einen kleinen Eindruck, das außerhalb eurer Kreise viele Studenten ganz anders denken als ihr.

    Ach ja im übrigen habe ich heute erfahren, dass ihr Geld von unseren Zwangsbeiträgen bekommen habt.

    Grüße
    Robert

  13. 13 Robert 02. Dezember 2009 um 11:12 Uhr

    4.Bei Prof. Dunn wird am nächsten Mittwoch eine kleine Infoveranstaltung mit anschließender Diskussion stattfinden, also geh am besten hin, um dich nochmal zu informieren Robert!

    Herrliche Infoveranstaltung Ana. Vorne waren zwei der Besetzer und stießen auf pures Desinteresse. In den Reihen wurde gequatsch, Zeitung gelesen oder Witze über die beiden gemacht. Verzeifelt versuchten die beiden mit verschiedenen Themen und Bildern uns zum Diskutieren zu bringen, jedoch wollte einfach kaum jemand. Es gab in 20 Minuten 5 Wortmeldungen, davon 2 von jemand der mit den Besetzern reingekommen ist und vor der Uni mit den beiden quatschte (Zufall).
    Als die beiden dann das Microfon rumgegeben haben, hat es jeder einfach weiter bereicht und beim nach hinten gucken schon fragende Augen was er damit solle. Bis dann ein Studentin vor mir nur meinte, was soll ich damit und es auf den Tisch gelegt hat und niemanden hat das gestört.

    Als nach 20 Minuten behaarlichen Anschweigen der deutlichen Mehrheit der Studenten die beiden sagten, dass sie jetzt gehen gab es vereinzelt Applaus und als die Vorlesung los ging wurde laut gekloppft (als vergleich für die beiden wurde ca von 4-5 geklopft von ca 200 Studente).

    Ich hoffe das war mal ein kleiner Denkanstoß für euch, das außerhalb eurer Kreise viele überhaupt nicht eure Meinung teilen oder gar mit euch reden wollen.

    Danke für die Aktion, besser hättet ihr gar nicht meine Thesen beweisen können, klasse.

    Ach ja ich habe inzwischen erfahren, dass ihr sehr wohl Geld von den Zwangsabgaben der Studenten bekommt.

    Grüße
    Robert und nochmal Danke die 20 Minuten waren es schon Wert heute in die Uni zu fahren.

  14. 14 Meloded 10. Dezember 2009 um 11:36 Uhr

    Das jetzt auch noch die Vorlesungen in einem Zelt gehalten werden,
    dass geht ja mal gar nicht.

  1. 1 Audimax-Besetzung an der Uni Potsdam – Ergebnisprotokoll vom 30.11.2009 « Mehr als eine Besetzung! Pingback am 01. Dezember 2009 um 1:49 Uhr
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